In der Werkstoffkunde bezeichnet der Begriff plane typischerweise eine geometrisch definierte Kristallebene im Inneren eines Kristalls. Eine Kristallebene ist eine unendliche, zweidimensionale Fläche, die durch regelmäßig periodisch angeordnete Gitterpunkte eines Kristallgitters verläuft. Solche Ebenen werden durch Miller-Indizes (hkl) charakterisiert, die aus den reziproken Achsenabschnitten mit den Kristallachsen abgeleitet werden.
Die Gesamtheit symmetrieäquivalenter Ebenen wird als Ebenenschar (planes, {hkl}) bezeichnet. In kubischen Gittern sind z. B. die {111}-Ebenen alle durch zyklische Permutation und Vorzeichenwechsel aus (111) erzeugbaren Ebenen. Diese Ebenenscharen besitzen oft identische energetische und mechanische Eigenschaften, etwa gleiche Stapelfehlerenergien oder identische Gleiteigenschaften für Versetzungen.
Kristallebenen sind für zahlreiche werkstoffwissenschaftliche Phänomene zentral: Sie definieren bevorzugte Gleitebenen der plastischen Verformung, dominierende Spaltebenen der Bruchmechanik, sowie Reflexionsebenen in der Röntgendiffraktometrie (Bragg-Gleichung). Anisotropien in Elastizität, Diffusion und Korrosion lassen sich häufig direkt auf die Orientierung spezifischer Ebenen zurückführen. Die präzise Beschreibung von planes und Ebenenscharen ist daher grundlegend für die quantitative Modellierung des Struktur-Eigenschafts-Zusammenhangs kristalliner Werkstoffe.
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