Der Begriff Autor bzw. Autoren bezeichnet in der wissenschaftlichen Forschung, einschließlich der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, diejenigen Personen, die einen substanziellen und nachprüfbaren Beitrag zu einer wissenschaftlichen Arbeit leisten und Verantwortung für deren Inhalt übernehmen. Autorschaft ist damit sowohl eine Frage der wissenschaftlichen Anerkennung als auch der Rechenschaftspflicht.
Internationale Leitlinien (z. B. ICMJE, COPE) definieren Autorschaft typischerweise anhand mehrerer Kriterien: (1) wesentlicher Beitrag zur Konzeption, Datenerhebung oder -analyse; (2) maßgebliche Beteiligung am Verfassen oder kritischen Überarbeiten des Manuskripts; (3) Zustimmung zur finalen Version; (4) Bereitschaft, Verantwortung für alle Aspekte der Arbeit zu übernehmen. Personen, die nur technische Unterstützung, Finanzierung oder allgemeine Supervision leisten, sollten in der Regel nicht als Autoren, sondern in der Danksagung aufgeführt werden.
In der Materialforschung führt die disziplinübergreifende Zusammenarbeit häufig zu umfangreichen Autorlisten. Daher gewinnen Konzepte wie Corresponding Author (Korrespondenzautor) und Contributorship mit detaillierten Beitragserklärungen an Bedeutung. Diese differenzieren Rollen wie experimentelle Durchführung, Simulation, Methodikentwicklung, Datenanalyse oder Manuskripterstellung.
Fehlformen der Autorschaft, etwa Ehren- oder Gastautorschaft, sowie das Vorenthalten berechtigter Autorschaft, stellen wissenschaftliches Fehlverhalten dar. Eine transparente, frühzeitig vereinbarte und dokumentierte Autorenschaftsregelung ist daher integraler Bestandteil guter wissenschaftlicher Praxis.
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