Digitale Repositorien für Forschungsdaten und Workflows

Ein Repository bezeichnet in den Materialwissenschaften ein strukturiertes, langfristig betriebenes System zur Speicherung, Verwaltung und Bereitstellung digitaler Forschungsobjekte. Dazu zählen insbesondere Materialdaten (z. B. mikrostrukturelle, mechanische, thermophysikalische Kennwerte), Simulations- und Messdaten, Bilddaten (z. B. REM-, CT‑Daten), Software, Modelle sowie Workflows.

Im Unterschied zu einer allgemeinen digitalen Bibliothek, die primär Publikationen verwaltet, fokussieren digitale Repositorien auf maschinenlesbare Forschungsdaten und deren Metadaten. Zentrale Anforderungen sind persistente Identifikatoren (z. B. DOI), fachlich aussagekräftige Metadaten-Schemata, versionierbare Datenstände, Zugriffs- und Rechtemanagement sowie Nachnutzbarkeit im Sinne von FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable).

Spezialisierte Formen sind etwa Materialdaten-Repositorien, die standardisierte Materialkennwerte und vollständige Datenherkünfte (Prozesskette, Charakterisierungsmethoden, Unsicherheiten) vorhalten, sowie Bilddaten-Repositorien für strukturierte Ablage großer 2D/3D/4D-Bilddatensätze. Workflow-Repositorien speichern ausführbare Prozessketten, z. B. für Simulations- oder Auswerte-Pipelines, inklusive Versionierung, Parametrierung und Provenance-Informationen. Plattformen wie Materials Commons integrieren diese Konzepte und koppeln Daten, Workflows und Publikationen.

Für die computergestützte Werkstoffentwicklung sind Repositorien essentiell: Sie ermöglichen reproduzierbare Forschung, datengetriebene Modellbildung (z. B. für maschinelles Lernen), kollaborative Nutzung großer heterogener Datensätze sowie die langfristige Sicherung von Wissen über Materialien, Prozesse und Eigenschaften.

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