Der Begriff Resistenz bzw. Widerstand
Man unterscheidet typischerweise zwischen funktionalen Widerständen und Stoffbeständigkeiten:
1. Funktionale Widerstände
Hierzu zählen vor allem elektrische und mechanische Widerstände. Der elektrische Widerstand (z. B. Innenwiderstand eines Leiters, elektrischer Kontaktwiderstand) beschreibt die Hemmung des Ladungstransports und ist eine skalare Größe, die aus Materialparametern (Spezifischer Widerstand), Geometrie und Temperatur resultiert. Mechanische Widerstände äußern sich etwa als Ermüdungs-, Kriech- oder Bruchwiderstand und werden über Kenngrößen wie Dauerfestigkeit, Kriechrate oder Bruchzähigkeit charakterisiert.
2. Stoffbeständigkeiten
Unter Beständigkeit versteht man die Resistenz eines Werkstoffs gegen schädigende Umgebungsbedingungen. Wichtige Beispiele sind:
- Oxidative Beständigkeit: Widerstand gegen Hochtemperaturoxidation und Bildung instabiler Oxidschichten.
- Hochtemperatur- und Thermoschockbeständigkeit: Erhalt von Mikrostruktur und mechanischen Eigenschaften bei zyklischer Temperaturbelastung; relevant für Keramiken und Superlegierungen.
- Alkalische und chemische Beständigkeit: Resistenz gegen korrosive Medien wie Laugen, Säuren oder Wasserstoff (Wasserstoffversprödung).
- Strahlenbeständigkeit: Stabilität gegenüber ionisierender Strahlung durch minimierte Strahlenschäden in Gitter und Mikrostruktur.
In angrenzenden Disziplinen wird der Begriff Resistenz auch für biologische Systeme verwendet (z. B. Antibiotika- oder Medikamentenresistenz). Im werkstoffwissenschaftlichen Kontext steht jedoch die quantifizierbare, physikalisch oder chemisch begründbare Widerstandsfähigkeit eines Materials gegenüber spezifisch definierten Belastungs- und Umgebungsbedingungen im Vordergrund.
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