Begriff und Einordnung
"Schrott" bzw. "Verschnitt" (engl. scrap/scraps) bezeichnet bei metallischen, keramischen, polymeren und Verbundwerkstoffen alle während Herstellung, Verarbeitung, Nutzung oder Demontage entstehenden, nicht mehr spezifikationsgerechten Stoffströme. Dazu zählen Produktionsreste (Verschnitt, Angüsse), Ausschussteile, aber auch Altprodukte am Ende der Lebensdauer, etwa elektronischer Schrott wie LED-Schrott.
Typologie
Es wird typischerweise unterschieden in:
- Neu-Schrott: definierte, sortenreine Fertigungsreste mit bekannter Zusammensetzung (z. B. Blechverschnitt, Späne).
- Alt-Schrott: gebrauchte Komponenten und Produkte mit höherer Stoff- und Verunreinigungskomplexität (z. B. LED-Module, Leiterplatten).
Die stoffliche Qualität des Schrottes bestimmt die Aufbereitungstiefe und mögliche Rückführungspfade.
Rolle im Stoffkreislauf
Schrott ist ein zentraler Sekundärrohstoff. In der Metallurgie senkt der Einsatz von Stahlschrott oder Aluminiumschrott den Primärrohstoffbedarf und die energiebedingten CO₂-Emissionen signifikant. Bei elektronikhaltigen Schrotten (inkl. LED-Schrott) steht zusätzlich die Rückgewinnung strategischer Elemente (z. B. Seltene Erden, Indium, Gallium) im Fokus.
Prozesskette
Die Aufbereitung umfasst meist: (1) Sammlung und Logistik, (2) mechanische Vorbehandlung (Zerkleinerung, Klassierung), (3) Sortierung (magnetisch, Wirbelstrom, Dichte-, optische Trennung), (4) thermische bzw. hydrometallurgische Prozesse zur Metall- und Wertstoffrückgewinnung. Für LED-Schrott werden zunehmend spezialisierte Prozesse zur selektiven Abtrennung von Halbleiter- und phosphorhaltigen Schichten entwickelt.
Herausforderungen
Zentrale Herausforderungen sind die heterogene Zusammensetzung moderner Hochleistungswerkstoffe, Kontaminationen, Datenlücken zur chemischen Zusammensetzung sowie die Gestaltung recyclingfähiger Produkte (Design for Recycling). Für die Werkstoffforschung eröffnen sich Fragestellungen zur Entwicklung schrotttoleranter Legierungen, verbesserten Sortiertechnologien und zur Modellierung von Qualitätsverlusten im Recyclingkreislauf.
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