Wissenschaftliche Fachgesellschaften im Bereich der Werkstoffe

Gesellschaften im Kontext der Werkstofftechnik und Materialwissenschaft sind organisierte Zusammenschlüsse von Forschenden, Ingenieurinnen, Ingenieuren und weiteren Fachleuten mit dem Ziel, den wissenschaftlich‑technischen Fortschritt eines Spezialgebiets zu fördern. Beispiele sind die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde (DGM), werkstoffspezifische Gesellschaften (z.B. für Metallographie, Keramik oder Polymere) sowie europäische und internationale Dachorganisationen.

Zentrale Aufgaben dieser Fachgesellschaften sind die Wissensgenerierung, -bündelung und -verbreitung. Dies erfolgt u.a. durch die Organisation von Tagungen, Fachkonferenzen und Workshops, die Herausgabe von Fachzeitschriften und Richtlinien sowie durch Standardisierungsaktivitäten, etwa bei Prüfverfahren, Nomenklatur oder Datenaustauschformaten für Werkstoffkennwerte.

Ein weiterer Kernaspekt ist die Vernetzung: Gesellschaften schaffen Plattformen für interdisziplinären Austausch zwischen Grundlagenforschung, angewandter Forschung und industrieller Praxis. Dadurch werden Technologietransfer, gemeinsame Forschungsprojekte und Positionspapiere zu gesellschaftlich relevanten Themen (z.B. Werkstoffe für Energiewende, Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft) ermöglicht.

Darüber hinaus übernehmen Gesellschaften wichtige Funktionen in der Aus- und Weiterbildung, etwa durch Sommer‑ und Winterschulen, Zertifikatskurse, Nachwuchsförderprogramme und Preise. Sie tragen zur Qualitätssicherung der wissenschaftlichen Arbeit, zur Sichtbarkeit des Fachgebiets und zur Beratung von Politik und Öffentlichkeit in werkstoffrelevanten Fragen bei.

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