In den Materialwissenschaften bezeichnet der Begriff Spot (Plural: Spots) allgemein eine lokal begrenzte Inhomogenität oder Auffälligkeit in oder auf einem Werkstoff. Spots können sowohl mikrostrukturelle Defekte im Volumen als auch oberflächennahe Anomalien sein und werden häufig im Kontext von Inspektions‑, Charakterisierungs‑ und Prüfverfahren verwendet.
Typische Beispiele sind helle oder dunkle Spots in Mikroskopieaufnahmen (z. B. REM, TEM, optische Mikroskopie), die auf Phasenseparation, Poren, Ausscheidungen, Einschlüsse oder lokale Dicken‑ bzw. Dichtevariationen hinweisen. In der zerstörungsfreien Prüfung (z. B. Röntgen‑ oder Ultraschallprüfung) werden Spots als lokale Kontraständerungen interpretiert, die auf Defekte wie Lunker, Risse, Delaminationen oder Fremdpartikel schließen lassen.
Oberflächenspots treten etwa in Form von Korrosionsflecken, Oxidinseln, Beschichtungsdefekten oder lokalem Verfärben auf. Sie sind oft Indikatoren für chemische Inhomogenitäten, Grenzflächenprobleme oder Prozessabweichungen (z. B. ungleichmäßige Abscheidung in Dünnschichten).
Wissenschaftlich relevant ist die quantitative Erfassung von Spots: Verteilung, Größe, Dichte und Morphologie erlauben Rückschlüsse auf Prozessstabilität, Versagensmechanismen und Zuverlässigkeit. Moderne Bildanalyse und automatisierte Inspektionssysteme klassifizieren Spots statistisch, um Korrelationen mit mechanischen, elektrischen oder korrosiven Eigenschaften herzustellen.
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