In den Material- und Prozesswissenschaften bezeichnet der Begriff Bett (Bed) üblicherweise ein aus diskreten Feststoffpartikeln aufgebautes Volumen, durch das ein Fluid strömt. Man spricht häufig von Festbett oder Schüttbett (gepacktes Bett, packed bed). Die Partikel, etwa Katalysatorkugeln, Adsorbentgranulate oder Ionenaustauscherharze, bilden ein poröses Medium mit charakteristischen Strukturparametern wie Porosität, Partikelgrößenverteilung und spezifischer Oberfläche.
Wesentliche transportrelevante Größen sind die druckverlustbestimmende Strömungspermeabilität sowie Wärme- und Stoffübergangskoeffizienten. Der Druckverlust wird häufig mit der Ergun-Gleichung beschrieben, welche Partikeldurchmesser, Porosität, Fluidviskosität und -dichte berücksichtigt. Für den Wärme- und Stofftransport sind neben den Fluideigenschaften insbesondere die effektive Wärmeleitfähigkeit und die effektive Diffusivität im Bett von Bedeutung, die den Einfluss von Tortuosität und Totvolumen abbilden.
Man unterscheidet Festbettreaktoren (stationäres Bett), Wirbelschicht-Rieselbettverfahren (teilweise bewegte Partikel) sowie Mehrschichtbetten mit definiertem vertikalem Aufbau. Anwendungen umfassen heterogene Katalyse, Gas- und Wasserreinigung, thermische Energiespeicher und chromatographische Trennverfahren. Eine präzise Auslegung erfordert die Kopplung von Strömungsmechanik, Reaktionstechnik und Stofftransportmodellen unter Berücksichtigung der realen Bettstruktur, die zunehmend auch mittels Computertomographie und numerischer Strömungssimulation charakterisiert wird.
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