Zugversuch und Zugverhalten von Werkstoffen

Der Begriff tensile bezieht sich im werkstofftechnischen Kontext auf alle Phänomene und Kenngrößen, die mit der Beanspruchung eines Werkstoffs unter einachsiger Zugbelastung zusammenhängen. Zentral ist der Zugversuch, bei dem aus der aufgeprägten Zugkraft und der resultierenden Dehnung Spannungs-Dehnungs-Kurven abgeleitet werden. Daraus folgen grundlegende Zugfestigkeitseigenschaften wie Elastizitätsmodul, Streckgrenze, Zugfestigkeit, Gleichmaß- und Bruchdehnung.

Das Zugverhalten ist stark abhängig von Mikrostruktur, Temperatur, Dehnrate und Probengeometrie. Hochtemperatur-Zugprüfungen erlauben die Charakterisierung diffusiver Verformungsmechanismen und Kriechvorgänge, während Nano-Zugversuche an dünnen Schichten oder Nanodrähten größenabhängige Festigkeitseffekte und Versetzungsquellen untersuchen. Ab-initio-Zugversuche in atomistischen Simulationen liefern fundamentale Spannungs-Dehnungs-Beziehungen und Versagenskriterien auf elektronischer bzw. atomarer Ebene.

Zugbanduntersuchungen und lokale Dehnfeldanalysen (z. B. mittels DIC) ermöglichen die Korrelation zwischen makroskopischem Zugverhalten und lokalen Instabilitäten wie Lüders- und Fließbändern. Insgesamt bilden tensile-Eigenschaften einen Kernbereich der mechanischen Werkstoffcharakterisierung und sind unverzichtbar für Werkstoffauswahl, Lebensdauerbewertung und die Auslegung belastungsgerechter Bauteile.

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