Textilien sind faserbasierte Werkstoffe, die durch definierte Strukturbildungsprozesse wie Weben, Wirken, Stricken, Flechten oder Vernadeln hergestellt werden. Charakteristisch ist ihre hierarchische Struktur: von der Faser über das Garn bis zur flächigen oder räumlichen Textilstruktur. Die resultierenden Eigenschaften – etwa Drapierbarkeit, Porosität, Dehnungsverhalten oder Energieabsorption – werden durch Fasermaterial, Faserfeinheit, Faserorientierung, Garnaufbau und Bindung maßgeblich bestimmt.
In der Werkstofftechnik werden Textilien zunehmend als technische Textilien eingesetzt, bei denen die Funktionalität gegenüber ästhetischen Aspekten im Vordergrund steht. Beispiele sind Verstärkungstextilien für Faserverbundwerkstoffe, Filtrationsmedien, Geotextilien, Schutz- und Barrieregewebe oder textile Sensor- und Aktorsysteme. Intelligente bzw. funktionelle Textilien integrieren zusätzliche Funktionen wie elektrische Leitfähigkeit, Sensorik, Aktorik, thermische Regulation oder Stoßdämpfung und eröffnen damit Anwendungsfelder in Medizin, Mobilität, Bauwesen und Wearables.
Die materialwissenschaftliche Charakterisierung umfasst mechanische (Zug, Biegung, Scherung, Ermüdung), thermische, hygrische und permeationsbezogene Prüfungen, ergänzt durch morphologische Analysen der Textilarchitektur. Mehrlagige und hybride Textilien kombinieren unterschiedliche Materialien und Strukturen, um maßgeschneiderte Eigenschaftsprofile, etwa graduierte Steifigkeit oder optimiertes Crashverhalten, zu erzielen. Insgesamt bilden textile Werkstoffe eine vielseitige Plattform für adaptive, leichte und multifunktionale Strukturen.
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