Der Begriff Thread bzw. Threads beschreibt in der Werkstofftechnik einerseits Fadenstrukturen (z.B. in Faserverbunden), andererseits Schraubengewinde als funktionale Oberflächenstruktur. Beide Ausprägungen beruhen auf langgestreckten, meist helikalen Geometrien mit hoher Längen‑zu‑Durchmesser‑Relation, weisen jedoch verschiedene werkstoffliche Anforderungen auf.
Bei textilen Fäden handelt es sich um Bündel aus Einzelfasern (Monofilamente oder Multifilamente), die durch Spinnen, Zwirnen oder Flechten zusammengefasst werden. Werkstofftechnisch sind Zugfestigkeit, Ermüdungs- und Kriechverhalten, Faser-Matrix-Haftung (in Verbundwerkstoffen) sowie thermische und chemische Beständigkeit zentral. Die Mikrostruktur (Kristallinität, Orientierung, Defekte) der Fasern bestimmt maßgeblich Steifigkeit und Festigkeit der resultierenden Threads.
Beim Schraubengewinde beschreibt der Thread die helikale Profilstruktur auf Bolzen oder in Muttern. Hier sind Profilform, Steigung, Flankenwinkel und Kern- bzw. Gewindegrunddurchmesser (Verwandter Begriff: Gewindegrund) entscheidend für Lasttragfähigkeit, Selbsthemmung und Verschleiß. Werkstoffseitig sind lokale Spannungsüberhöhungen am Gewindegrund kritisch, da sie Kerbspannungen und damit Ermüdungsrisse initiieren können. Entsprechend sind geeignete Stähle oder Hochleistungslegierungen, Wärmbehandlung, Oberflächenhärtung und ‑verfestigung (z.B. Kugelstrahlen, Rollieren) sowie Korrosionsschutz wesentlich.
In beiden Kontexten erfordert die Auslegung von Threads eine gekoppelte Betrachtung von Werkstoffauswahl, Mikrostruktur, Fertigungsprozess und Beanspruchungskollektiv, um Dauerfestigkeit, Zuverlässigkeit und Funktionssicherheit zu gewährleisten.
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