Transmission in der Werkstoff- und Optikcharakterisierung

Transmission bezeichnet in der Werkstofftechnik und Optik den Anteil einer einfallenden Welle (typischerweise Licht, aber auch andere elektromagnetische oder elastische Wellen), der ein Medium durchdringt und auf der gegenüberliegenden Seite wieder austritt. Die (optische) Transmission T wird meist als dimensionslose Größe definiert, z. B. als Verhältnis von transmittierter zu eingestrahlter Intensität, und in Prozent oder als spektrale Funktion T(λ) angegeben.

Fundamental ist die Transmission durch das Lambert–Beer’sche Gesetz beschrieben, das die exponentielle Abschwächung der Welle durch Absorption und Streuung entlang des optischen Weges im Material erfasst. Aus der spektralen Transmission lassen sich wichtige Materialparameter wie Absorptionskoeffizient, Bandlücke, Dotierungsgrad oder Defektdichte bestimmen. In der UV‑, VIS‑ und IR‑Spektroskopie ist die Transmissionsmessung ein zentrales Verfahren zur Charakterisierung von Gläsern, Polymeren, Dünnschichten, Beschichtungen und Halbleitern.

In technischen Anwendungen ist die Kontrolle der Transmission entscheidend: Hochtransparente optische Fenster, Antireflex‑ und Filterbeschichtungen, Photovoltaikschichten oder optische Fasern werden gezielt hinsichtlich ihrer Transmissionsspektren ausgelegt. Im UV‑Bereich (UV‑Transmission) sind sowohl die intrinsische Bandstruktur als auch Verunreinigungen und strukturelle Defekte ausschlaggebend. Neben optischen Phänomenen wird der Begriff „Transmission“ in der Technik auch für Energie‑ oder Datenübertragung sowie mechanische Getriebeübertragungen verwendet; im werkstoffwissenschaftlichen Kontext steht jedoch primär die wellenbasierte Durchlässigkeit von Materialien im Vordergrund.

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