Rohre (tubes) sind längliche, meist zylindrische Hohlkörper, die in der Werkstofftechnik sowohl strukturelle als auch funktionale Aufgaben übernehmen. Im Unterschied zu Leitungen mit vorwiegend hydraulischer Funktion werden technische Rohre oft präzise hinsichtlich Geometrie, Wanddicke und Oberflächenbeschaffenheit ausgelegt, um mechanische, thermische und korrosionsbezogene Anforderungen zu erfüllen.
Zentrale werkstoffliche Aspekte betreffen die Auswahl der Legierung (z. B. Kupfer, Kupferlegierungen, Nickel und Nickellegierungen), den Umformprozess (Strangpressen, Ziehen, Pilgern) sowie die Wärmebehandlung. Diese bestimmen Mikrostruktur, Festigkeit, Kriechverhalten, Ermüdungsbeständigkeit und Korrosionsresistenz. Für Wärmeübertragerrohre werden wärmeleitfähige Werkstoffe wie Kupfer oder Kupfer-Nickel bevorzugt, häufig mit innen gerippten oder strukturierten Innenoberflächen zur Erhöhung des Wärmeübergangskoeffizienten.
Nickelrohre werden aufgrund ihrer hohen Korrosions- und Hochtemperaturbeständigkeit in aggressiven Medien und bei erhöhten Temperaturen eingesetzt, etwa in chemischen Anlagen oder Kraftwerken. Kupferrohre bieten hervorragende Wärmeleitfähigkeit und werden daher in Wärmetauschern, Kälte- und Klimatechnik sowie der Energietechnik verwendet. Innen gerippte Kupferrohre vergrößern die innere Oberfläche und beeinflussen Strömungszustand und Grenzschicht, wodurch die Effizienz von Wärmeüberträgern gesteigert wird.
Für die Auslegung sind neben den Werkstoffeigenschaften Normen und Richtlinien (z. B. Druckbehälter- und Rohrleitungsnormen), Prüfverfahren (z. B. Wirbelstromprüfung, Ultraschall, Zug- und Druckversuche) sowie Lebensdauermodelle wesentlich, um die Integrität der Rohre unter thermomechanischer Belastung und korrosiven Bedingungen zuverlässig zu gewährleisten.
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