Der Begriff Unit (Maßeinheit) bezeichnet in den Werkstoffwissenschaften eine wohldefinierte Referenzgröße, mit der physikalische Messgrößen wie Spannung, Dehnung, Temperatur, Zeit oder Konzentration quantifiziert werden. Grundlage ist das Internationale Einheitensystem (SI) mit Basisgrößen wie Meter (m), Kilogramm (kg), Sekunde (s), Kelvin (K) und Mol (mol), aus denen abgeleitete Einheiten wie Pascal (Pa) für Spannung oder Joule (J) für Energie gebildet werden.
Eine konsequente und korrekte Verwendung von Einheiten ist essenziell für die Vergleichbarkeit von Messdaten, die Reproduzierbarkeit von Experimenten sowie die sichere Skalierung vom Labormaßstab zum industriellen Prozess. In der mechanischen Werkstoffcharakterisierung werden beispielsweise Fließspannung in MPa, Bruchzähigkeit häufig in MPa·m1/2 und Kriechgeschwindigkeiten in s−1 angegeben. Thermophysikalische Eigenschaften wie Wärmeleitfähigkeit (W·m−1·K−1) oder Diffusionskoeffizienten (m2·s−1) erfordern besonders sorgfältiges Einheiten-Handling, da sie oftmals über Arrhenius-Beziehungen in unterschiedlichen Temperaturbereichen verglichen werden.
In der theoretischen und numerischen Werkstoffforschung werden zusätzlich dimensionslose Einheiten bzw. Kennzahlen verwendet, etwa die Peierls-Spannung in normierter Form, die Peclet- oder Reynolds-Zahl bei Strömung in porösen Medien oder normierte Zeit- und Längenskalen in Phasenfeldmodellen. Solche dimensionslosen Größen erleichtern die Übertragung von Simulationsergebnissen auf verschiedene reale Systeme.
Ein konsistentes Einheitensystem, eindeutig deklarierte Konventionen (SI vs. CGS, Ingenieur-Einheiten) und die Vermeidung stillschweigender Umrechnungsfaktoren sind zentrale Qualitätskriterien wissenschaftlicher Arbeiten in der Werkstofftechnik.
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