Verschleißeigenschaften beschreiben das tribologische Verhalten eines Werkstoffs unter mechanischer Beanspruchung an seiner Oberfläche, insbesondere die Neigung zu Materialverlust, Oberflächenschädigung und Funktionsänderung. Sie sind keine Einzelgröße, sondern ein Eigenschaftsverbund, der von Werkstoffkennwerten, Oberflächenzustand und Einsatzbedingungen abhängt.
Wesentliche Verschleißmechanismen sind adhesiver, abrasiver, ermüdungsbedingter und korrosiver Verschleiß sowie tribooxidativer Verschleiß. Die relevanten Verschleißeigenschaften umfassen u. a. Härte, Zähigkeit, Mikrostruktur, chemische Stabilität, Reaktivität mit Gegenkörper und Umgebung, sowie die Fähigkeit zur Ausbildung tragfähiger Transfer- oder Schutzschichten.
Experimentell werden Verschleißeigenschaften typischerweise durch standardisierte Tribometertests (z. B. Pin-on-Disk, Block-on-Ring, Kugel-Platte) quantifiziert, aus denen Verschleißrate, spezifischer Verschleißkoeffizient, Reibkoeffizient und charakteristische Schadensbilder abgeleitet werden. Die Bewertung erfolgt in enger Kopplung mit Oberflächenanalytik (Mikroskopie, Profilometrie, Phasenanalyse), um Mechanismen und Mikrostruktureinflüsse zu identifizieren.
Werkstoffentwicklung für hohe Verschleißbeständigkeit umfasst Legierungsdesign, Wärmebehandlung, Textur- und Phasenkontrolle sowie Oberflächentechnologien wie Beschichtungen (PVD, CVD), thermisches Spritzen, Randschichthärtung oder Laseroberflächenmodifikation. Verschleißeigenschaften sind anwendungsspezifisch zu betrachten: Ein Werkstoff kann unter abrasiver Beanspruchung hervorragend, unter adhäsiv-korrosiver Beanspruchung jedoch unzureichend performen. Daher ist eine mechanistisch fundierte, last- und umgebungsabhängige Charakterisierung zentral für die Auslegung tribologisch beanspruchter Bauteile.
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