Der Begriff Weld (Schweißnaht, Schweißverbindung) bezeichnet den lokal gefügten Bereich, in dem zwei oder mehr Bauteile durch Aufschmelzen (Fusionsschweißen) oder lokalen plastischen Umformprozess (z. B. Reibschweißen) stoffschlüssig verbunden werden. Werkstofftechnisch wird die Schweißverbindung in Schweißgut (Fusionszone), Wärmeeinflusszone (WEZ) und Grundwerkstoff unterteilt. Mikrostruktur, Phasenzusammensetzung und Eigenspannungszustand unterscheiden sich in diesen Zonen deutlich vom Ausgangszustand.
Beim Fusionsschweißen entsteht das Schweißgut durch Erstarrung einer Schmelze aus Grundwerkstoff und ggf. Zusatzwerkstoff. Die Schweiß-Penetration beschreibt die Einbrandtiefe und ist entscheidend für die Tragfähigkeit. Unzureichender Einbrand führt zu Bindefehlern, vollständiger Einbrand zu durchgängiger Fusionszone. Die Fügezone umfasst sowohl Fusionszone als auch WEZ und bestimmt maßgeblich das Versagensverhalten der Verbindung.
Die mechanischen Eigenschaften einer Schweißnaht (Festigkeit, Zähigkeit, Ermüdungs- und Korrosionsbeständigkeit) werden durch Abkühlgeschwindigkeit, Legierungszustand und Schweißprozessparameter festgelegt. Spezielle Systeme wie Zirkoniumschweißnähte stellen hohe Anforderungen an Reinheit, Schutzgasführung und Wärmeeintrag, um Wasserstoffversprödung und Versprödungsphasen zu vermeiden.
Werkstofftechnisch relevant sind ferner die Narbeignung (Eignung eines Werkstoffs für wiederholtes Schweißen bzw. Reparaturschweißungen), die Geometrie von Schweißlinsen bei Punktschweißverbindungen sowie die Eigenspannungs- und Gefügeanpassung durch Vor- und Nachwärmen oder Wärmenachbehandlung. Eine präzise Charakterisierung von Schweißgut und Fügezone ist essenziell für die Auslegung sicherheitsrelevanter Bauteile.
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