Unter Writing bzw. Writings versteht man in der Werkstofftechnik eine Klasse von Verfahren, bei denen Mikro- oder Nanostrukturen durch eine räumlich geführte, „schreibende“ Energie- oder Materialeinwirkung erzeugt werden. Im Vordergrund steht dabei die direkte, maskenlose Strukturierung eines Substrats entlang definierter Trajektorien.
Ein zentrales Beispiel ist das Laser-Direktschreiben. Hier wird ein fokussierter Laserstrahl relativ zum Werkstück verfahren, um lokal Material abzutragen, zu schmelzen, zu modifizieren oder durch Photopolymerisation aufzubauen. Die Auflösung wird durch Fokusdurchmesser, Strahlqualität, Wellenlänge, Pulsdauer und die thermo-physikalischen Eigenschaften des Werkstoffs bestimmt. Ultrakurzpulslaser ermöglichen dabei nahezu athermische Prozesse und dreidimensionale Volumenstrukturierung.
Writing-Verfahren werden unter anderem für die Herstellung von Mikrofluidikkanälen, optischen Wellenleitern, funktionalen Oberflächen (Benetzbarkeit, Reibung) sowie für additive Fertigungsprozesse im Mikrobereich eingesetzt. Charakteristisch ist die hohe Gestaltungsfreiheit durch digitale Pfadplanung ohne feste Masken oder Werkzeuge.
Für eine präzise Prozessführung sind eine detaillierte Beschreibung der Strahl-Materie-Wechselwirkung, die Kontrolle der Energiedosis sowie die Synchronisation mit hochgenauer Positioniertechnik (Stufen, Scanner) erforderlich. Writing-Verfahren bilden damit eine Schlüsseltechnologie für die hochauflösende Funktionsintegration in Bauteiloberflächen und -volumen.
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