Vesikel: Strukturelle Konzepte und Anwendungen

Vesikel sind abgeschlossene, membranöse Hohlstrukturen, die in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zunehmend an Bedeutung gewinnen. Sie bestehen aus amphiphilen Molekülen, die sich in wässriger Umgebung zu kugelförmigen Strukturen selbstorganisieren. Zu den bekannten Varianten zählen Liposomen, Lipidvesikel sowie polymerische Vesikel, die beispielsweise in Liposomen-Systemen Anwendung finden. Diese Strukturen können als Trägermedium für Wirkstoffe dienen oder als Reaktoren in der Nano- und Biotechnologie eingesetzt werden.

Eigenschaften und Herstellung: Vesikel können hinsichtlich ihrer Größe, Stabilität und Funktionalität variiert werden, was ihre Anpassung an spezifische Anwendungen ermöglicht. Die Herstellungsprozesse, wie die kontrollierte Selbstassemblierung und die Verwendung von Stimuli-sensitiven Materialien, erlauben eine Feinabstimmung der Vesikelparameter. Extrazelluläre Vesikel, die im biologischen Kontext vorkommen, bieten zusätzlich Einblicke in die zelluläre Kommunikation und können als Vorbild für synthetische Modelle dienen.

Anwendungsbeispiele: In der Wirkstofffreisetzung optimieren vesikelbasierte Systeme die gezielte Abgabe von Therapeutika, während sie in der Materialforschung als Modellstrukturen für das Studium von Transportprozessen und Reaktionskinetiken fungieren. Die Interdisziplinarität zwischen Biotechnologie, Chemie und Werkstofftechnik führt zu vielseitigen Einsatzmöglichkeiten solcher Systeme.

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