In den Materialwissenschaften bezeichnet der Begriff Mesh im Kern eine diskrete, gitterartige Struktur, die zur räumlichen Aufteilung von Werkstoffen, Bauteilen oder gesamten Geometrien dient. Dabei kann es sich um reale physische Gitterstrukturen (z. B. Metallgitter, Doppelstabmatten) oder um numerische Netze zur Simulation handeln.
Reale Mesh-Strukturen umfassen z. B. geschweißte Metallgitter, Drahtgewebe und Doppelstabmatten. Diese werden aus metallischen Drähten oder Stäben definierten Durchmessers und definierter Maschenweite hergestellt. Wichtige Kenngrößen sind Draht- bzw. Stabdurchmesser, Maschenweite, offene Fläche, Steifigkeit sowie Korrosionsbeständigkeit. Durch geeignete Auswahl von Werkstoff (z. B. unlegierter Stahl, Edelstähle, Aluminiumlegierungen) und Oberflächenbehandlung (Verzinkung, Beschichtung) lassen sich mechanische Eigenschaften, Dauerhaftigkeit und funktionale Eigenschaften (z. B. Filtration, Schutz, Durchlässigkeit) gezielt einstellen.
Numerische Meshes sind diskrete Netze, mit denen die Kontinua von Werkstoffen für Simulationen (Finite-Elemente-Methode, Finite-Volumen-Methode) unterteilt werden. Hier definieren Elementtyp (z. B. Tetraeder, Hexaeder), Elementgröße und Qualität (Schlankheitsverhältnisse, Verzerrung) die Genauigkeit der Berechnung von Spannungen, Dehnungen, Diffusions- oder Temperaturfeldern. Für Werkstoffuntersuchungen, wie z. B. Bruchmechanik oder Mikrostrukturmodellierung, ist eine an die Werkstoffinhomogenitäten angepasste Mesh-Strategie entscheidend.
Damit beschreibt Mesh in der Werkstofftechnik sowohl physische gitterartige Bauteile als auch abstrakte Diskretisierungen, die das mechanische und funktionale Verhalten von Werkstoffen analysier- und optimierbar machen.
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