Der Begriff Review bezeichnet in den Materialwissenschaften primär zwei miteinander verknüpfte Konzepte: zum einen den wissenschaftlichen Übersichtsartikel, zum anderen den Begutachtungsprozess (Peer Review) wissenschaftlicher Arbeiten.
Als Übersichtsartikel ist ein Review eine strukturierte, kritische Zusammenfassung des Forschungsstands zu einem klar abgegrenzten Thema, z. B. zu Hochentropielegierungen oder Defektdynamik in Keramiken. Im Gegensatz zu einer rein narrativen Literaturübersicht verfolgt eine systematische Übersichtsarbeit explizite Such‑, Auswahl‑ und Bewertungsprotokolle, um Bias zu minimieren und Reproduzierbarkeit zu gewährleisten. Reviews können auch einen historischen Überblick enthalten, indem sie die Entwicklung zentraler Konzepte, Methoden und Paradigmen nachzeichnen.
Im zweiten Sinn bezeichnet Review den Peer-Review-Prozess, in dem eingereichte Manuskripte, Projektanträge oder Datenpublikationen von unabhängigen Fachgutachtern evaluiert werden. Bewertet werden u. a. wissenschaftliche Originalität, methodische Stringenz (z. B. Versuchsplanung, statistische Auswertung, Charakterisierungsmethoden), Nachvollziehbarkeit der Daten und Angemessenheit der Schlussfolgerungen. Dieser Prozess dient der Qualitätssicherung und der effizienten Ressourcenallokation in der Forschung.
Beide Aspekte des Begriffs sind komplementär: Hochwertige Reviews als Publikationstyp ermöglichen eine Synthese und kritische Einordnung des Wissensbestands, während ein rigoroser Peer-Review-Prozess die Verlässlichkeit der zugrundeliegenden Primärliteratur sicherstellt.
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