Pilze als innovative Werkstoffe

Fungi eröffnen neue Perspektiven in der Werkstofftechnik durch die Nutzung von Myzel-Kompositen, die als nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Materialien gelten. Die natürlichen Eigenschaften von Pilzen, wie Selbstorganisation, geringes Gewicht und biologische Abbaubarkeit, ermöglichen die Entwicklung von Leichtbaustrukturen und ökologisch verträglichen Werkstoffen. Ein interessantes Beispiel ist Fomes fomentarius – der Zunderschwamm –, dessen traditionelle Nutzung als Zunder den Weg für moderne Ansätze in der Materialforschung ebnete.

Im Forschungsbereich werden Pilze zunehmend als Ausgangsmaterial für Composite-Strukturen untersucht, die durch gezielte Wachstumsprozesse individuell angepasst werden können. Diese Herangehensweise bietet Vorteile wie die Verringerung des ökologischen Fußabdrucks und die Integration natürlicher Prozesse in technische Anwendungen, beispielsweise im Bauwesen, in der Verpackungsindustrie oder im Automobilsektor. Neben mechanischen Eigenschaften und Lebensdauer stehen auch Ansätze im Fokus, die Pilze zur Gewinnung natürlicher Färbemittel oder als funktionale Komponenten in hybriden Werkstoffsystemen nutzen.

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