Chromatographie in der Werkstoff- und Analytikforschung

Chromatographie bezeichnet eine Gruppe trennanalytischer Verfahren, bei denen Komponenten eines Stoffgemisches zwischen einer stationären und einer mobilen Phase verteilt werden. Unterschiede in Wechselwirkungen (Adsorption, Verteilung, Ionenaustausch, Größe, Affinität) führen zu unterschiedlichen Retentionszeiten und damit zur Trennung.

In der Werkstoffwissenschaft wird Chromatographie vor allem zur Charakterisierung von Polymeren, Additiven, Zersetzungsprodukten, Restlösemitteln und Korrosionsinhibitoren eingesetzt. Wichtige Varianten sind:

Gaschromatographie (GC) für flüchtige und thermisch stabile Verbindungen, z.B. Monomere, Weichmacher oder niedermolekulare Zersetzungsprodukte aus Kunststoffen und Beschichtungen.

Flüssigkeitschromatographie (LC, insbesondere HPLC) für nichtflüchtige, thermisch empfindliche oder ionische Spezies, etwa organische Additive, Degradationsprodukte oder Metallkomplexe in Prozesslösungen. Die umgekehrte Phasen-HPLC (RP-HPLC) dominiert bei eher hydrophoben Analyten.

Ionenchromatographie dient der hochempfindlichen Bestimmung anorganischer und organischer Ionen, z.B. von Chlorid, Sulfat oder Nitrat in Elektrolyten, Korrosionsmedien und löslichen Materialbestandteilen.

Größenausschluss- bzw. Gelpermeationschromatographie (SEC/GPC) wird zur Bestimmung der Molmassenverteilung von Polymeren verwendet, ein Schlüsselfaktor für mechanische Eigenschaften, Verarbeitung und Alterung.

Die Chromatographieleistung wird über Parameter wie Bodenzahl, Trennstufenzahl, Auflösung und Peak-Symmetrie charakterisiert und beeinflusst direkt Nachweisgrenzen und Quantifizierbarkeit. Moderne chromatographische Methoden sind häufig mit massenspektrometrischer Detektion (z.B. LC‑MS, GC‑MS) gekoppelt und bilden damit zentrale Werkzeuge zur strukturellen Aufklärung und Qualitätssicherung in der Werkstoffforschung.

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