Der Begriff Anpassung (engl. adjustment) bezeichnet in der Werkstofftechnik systematische Änderungen von Werkstoffzustand, Zusammensetzung oder Prozessparametern, um definierte Zielgrößen – etwa Mikrostruktur, mechanische Eigenschaften oder Funktionsverhalten – zu erreichen. Im Unterschied zu rein qualitativen Modifikationen beruht Anpassung auf messbaren Stellgrößen (z.B. Temperatur, Zeit, Deformationsgrad, Konzentration) und der gezielten Rückkopplung über Prüf- und Messdaten.
Typische Formen sind die Prozessanpassung (Justage von Wärmebehandlungszyklen, Umformraten, Abkühlgeschwindigkeiten), die Werkstoffanpassung (Variation von Legierungsanteilen, Gefügeparametern, Textur) sowie die Systemanpassung (Kalibrierung von Prüf- und Fertigungsanlagen). Mehrfache Anpassungen (adjustments) erfolgen oft iterativ im Rahmen von Versuchsplänen (DoE) oder modellgestützter Optimierung.
Wissenschaftlich relevant ist die klare Trennung zwischen Kalibrierung (Rückführung auf Normen), Optimierung (mathematische Maximierung/Mimimierung von Zielgrößen) und Anpassung im engeren Sinn als praktischer Stellvorgang im Prozessfenster. In modernen Entwicklungszyklen werden Anpassungen zunehmend datengetrieben (In-situ-Sensorik, digitale Zwillinge, Machine Learning), um robuste Prozesse mit minimaler Streuung und reproduzierbaren Werkstoffeigenschaften zu gewährleisten.
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