Reinigung von Werkstoffen und Oberflächen

In der Werkstofftechnik bezeichnet Reinigung alle Prozesse zur Entfernung unerwünschter Stoffe von Werkstoff- oder Bauteiloberflächen bzw. aus Daten- und Messbeständen. Auf physischer Ebene umfasst dies die Beseitigung von Partikeln, Ölen, Oxiden, Korrosionsprodukten oder Kontaminationen, die Herstellung, Fügbarkeit, Beschichtung, Benetzbarkeit und Lebensdauer signifikant beeinflussen.

Zentrale Verfahren der Oberflächenreinigung sind u. a. chemische Reinigung (Lösungsmittel, alkalische oder saure Bäder), Ultraschallreinigung (Kavitationsprozesse zur Partikelablösung), Plasmareinigung (Aktivierung und Abbau organischer Kontaminationen durch reaktive Spezies) sowie laserbasierte Oberflächenreinigung, z. B. zur selektiven Metalloberflächendeoxidation ohne signifikante Schädigung des Grundwerkstoffs. Die Wahl der Methode hängt von Werkstoff, Kontaminationsart, geforderter Reinheitsklasse und nachfolgenden Prozessen wie Löten, Kleben oder Dünnschichtabscheidung ab.

Im weiteren Sinne spielt „Cleaning“ auch in der Datenanalyse eine Rolle: Datenbereinigung umfasst die Entfernung von Artefakten, Ausreißern und fehlerhaften Messpunkten in werkstoffwissenschaftlichen Datensätzen, etwa bei in‑situ‑Messungen oder Hochdurchsatzexperimenten. Eine konsequente, prozessangepasste Reinigung – sowohl von Oberflächen als auch von Daten – ist damit eine Grundvoraussetzung für reproduzierbare Ergebnisse, zuverlässige Bauteileigenschaften und belastbare Modellbildung.

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