Konstruktion im Bauwesen bezeichnet den ganzheitlichen Prozess der Konzeption, Auslegung und Realisierung tragender und nichttragender Systeme von Bauwerken. Sie umfasst die Überführung funktionaler, normativer und ästhetischer Anforderungen in eindeutig definierte, berechenbare und ausführbare Bau- und Detailstrukturen.
Aus werkstoffwissenschaftlicher Sicht steht die gezielte Kombination von Baustoffen (z.B. Beton, Stahl, Holz, Faserverbundwerkstoffe) im Vordergrund, um Tragfähigkeit, Dauerhaftigkeit, Gebrauchstauglichkeit und Ressourceneffizienz zu erreichen. Hybride Konstruktionen koppeln unterschiedliche Materialien auf Bauteil- oder Strukturebene, etwa Stahl-Beton-Verbundträger oder Holz-Beton-Verbunddecken, um materialspezifische Vorteile synergetisch zu nutzen.
Nachhaltige Konstruktionen integrieren Lebenszyklusanalysen, Recyclingfähigkeit, Rückbaubarkeit und Energieeffizienz. Modulare Konstruktionen erlauben eine industrielle Vorfertigung von Baueinheiten mit hoher Maßgenauigkeit und reproduzierbarer Materialqualität, was sowohl die Baustellenlogistik als auch die werkstoffgerechte Qualitätssicherung verbessert.
Konstruktionsverbesserung basiert auf numerischer Simulation (FEM), probabilistischer Bemessung, werkstoffmechanischer Modellierung (z.B. Rissausbreitung, Kriech- und Relaxationsverhalten) sowie auf Monitoring im Bestand. Regionale Bauweisen, etwa viele afrikanische Baupraktiken mit erd- oder faserbasierten Materialien, liefern darüber hinaus modellhafte Beispiele für klimaangepasste, ressourcenschonende Konstruktionen, die zunehmend systematisch materialwissenschaftlich analysiert und weiterentwickelt werden.
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