In den Werkstoffwissenschaften bezeichnet der Begriff Detail den Grad der Auflösung, mit dem strukturelle, chemische oder mechanische Merkmale eines Werkstoffs erfasst, beschrieben und modelliert werden. Details können sich auf atomare Anordnung, Defekte (z. B. Versetzungen, Leerstellen), Korngrenzen, Phasengrenzen, Ausscheidungen oder Oberflächenrauheit beziehen. Die wissenschaftliche Aussagekraft vieler Studien hängt entscheidend davon ab, bis zu welcher Detailtiefe Mikro- und Nanostrukturen charakterisiert werden.
Experimentell wird der Detailgrad durch die räumliche, zeitliche und spektrale Auflösung von Methoden wie TEM, SEM, AFM, Atomsondentomographie oder hochauflösender Röntgen- und Neutronenbeugung bestimmt. Eine höhere Detailingstufe ermöglicht die Korrelation lokaler Strukturdetails mit makroskopischen Eigenschaften wie Festigkeit, Zähigkeit, Kriech- oder Korrosionsverhalten.
In der Modellierung beschreibt der Detaillierungsgrad, ob atomistische Simulationen (z. B. DFT, MD), mesoskopische Ansätze (Phasenfeld, Diskrete Versetzungen) oder Kontinuumsmodelle eingesetzt werden. Eine zentrale Herausforderung ist die konsistente Verknüpfung von Details auf unterschiedlichen Längenskalen (Multiskalenansätze), ohne unnötige Komplexität einzuführen. Wissenschaftlich relevant ist daher die gezielte Auswahl der relevanten Details, die für das untersuchte Phänomen maßgeblich sind, sowie die transparente Dokumentation aller modell- und experimentrelevanten Einzelheiten (Prozessparameter, Probenhistorie, Auswertealgorithmen), um Reproduzierbarkeit und Vergleichbarkeit sicherzustellen.
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