Dewetting bezeichnet den Verlust der Benetzung eines Substrats durch eine flüssige oder feste Schicht und die daraus resultierende Rückbildung zu separaten Inseln oder Tröpfchen. In der Werkstofftechnik ist insbesondere das Dewetting dünner Metall-, Polymer- oder Oxidschichten von technischen Substraten relevant.
Thermodynamisch wird Dewetting durch eine ungünstige Balance der Grenz- und Oberflächenenergien getrieben. Liegt die effektive Benetzungsarbeit unter null, ist der zusammenhängende Film metastabil oder instabil gegenüber einer zerinselden Morphologie. Kinetisch bestimmen Viskosität, Oberflächendiffusion und eventuelle Zwischenschichten (z. B. Oxide) die Dewetting-Rate.
Man unterscheidet flüssiges Dewetting von geschmolzenen Filmen und Festkörper-Dewetting (Festphasen-Entnetzung), bei dem der Film im festen Zustand durch Oberflächen- und Korngrenzendiffusion aufbricht. Festkörper-Dewetting ist zentral für die selbstorganisierte Bildung von Nanopartikeln aus dünnen Metallfilmen, führt aber auch zu Degradation von Kontakten in Mikroelektronik, Dünnschichtsystemen und Beschichtungen.
Eingeschränktes De-Wetting beschreibt Situationen, in denen mechanische Zwänge, Strukturierung des Substrats oder chemische Heterogenitäten das vollständige Zurückziehen des Films verhindern und zu partieller Entnetzung oder geordneten Mustern führen.
Experimentell wird Dewetting mittels In-situ-Mikroskopie, Röntgenreflektometrie und Oberflächenanalytik untersucht, während Kontinuumsmodelle (Navier–Stokes mit dünnfilmähnlichen Näherungen) und diffuse-Grenzflächen- bzw. Phasenfeldmodelle die Morphologieentwicklung quantitativ beschreiben.
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