Drift bezeichnet in der Festkörperphysik die gerichtete Bewegung geladener Teilchen (Elektronen, Löcher, Ionen) unter dem Einfluss eines äußeren Feldes, typischerweise eines elektrischen Feldes. Im Gegensatz zur thermischen Diffusion, die auf Konzentrationsgradienten beruht und statistisch isotrop ist, führt Drift zu einem makroskopischen Strom in Feldrichtung.
Im einfachsten Fall ist die Driftgeschwindigkeit vd proportional zur Feldstärke E: vd = μE, wobei μ die Beweglichkeit ist. Der zugehörige Driftkoeffizient ist eng mit der Beweglichkeit verknüpft und beschreibt die Proportionalität zwischen Feld und Teilchenfluss. In der Kontinuumsbeschreibung von Stofftransport erscheint die Drift in der Nernst-Planck-Gleichung als Feld-getriebener Term neben Diffusion und ggf. Konvektion.
In Metallen dominiert die Elektronendrift den elektrischen Strom, während in Halbleitern sowohl Elektronen- als auch Lochdrift relevant sind. In Ionenleitern und Festkörperelektrolyten beschreibt der Drifttermin die migrierende Bewegung von Ionen unter Spannung, kritisch etwa für Batterien, Brennstoffzellen und elektrochemische Oxidationsprozesse.
Materialeigenschaften wie Gitterstruktur, Defektdichte, Phasenzusammensetzung und Temperatur beeinflussen den Driftprozess, indem sie Streumechanismen und damit die effektive Beweglichkeit und den Driftkoeffizienten bestimmen. Nichtlineare Effekte wie Feldabhängigkeit der Beweglichkeit, Raumladungsbildung oder Drift-Diffusions-Kopplung können zu Phänomenen wie Elektromigration, Raumladungszonen und instationären Transportprozessen führen.
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