Extrusion (Strangpressen) ist ein druckdominierter Umformprozess, bei dem ein Werkstoff – meist ein Metall oder Polymer – unter hohem hydrostatischem Druck durch eine formgebende Matrize gepresst wird. Das resultierende Produkt ist ein langes Profil mit im Wesentlichen konstanter Querschnittsgeometrie.
Grundsätzlich wird zwischen direkter und indirekter Extrusion unterschieden. Bei der direkten Extrusion bewegt sich der Pressstempel relativ zum stehenden Container und Werkstoff, bei der indirekten Extrusion bewegt sich die Matrize relativ zum im Container ruhenden Werkstoff. Varianten sind u. a. die hydrostatische Extrusion (vollständige Druckübertragung über ein Medium) und die Reibungsextrusion, bei der zusätzlich rotierende Werkzeuge genutzt werden.
Je nach Temperatur unterscheidet man Kalt‑, Warm‑ und Heissextrusion. Die Heissextrusion ist zentral für Aluminiumextrusion, da Aluminiumlegierungen bei erhöhten Temperaturen eine hohe Extrudierbarkeit aufweisen. Typische Produkte sind Profile für Leichtbau, Bauwesen und Verkehrstechnik. Die Ram-Extrusion beschreibt die kraftübertragende Stempelbewegung, insbesondere bei Metallen.
Werkstoffseitig bestimmen Fließspannung, Verfestigungsverhalten, Diffusions- und Oxidationsneigung sowie die Reaktion auf Umformgeschwindigkeit und Temperatur die Prozessfenster. Prozessseitig sind Matrizenwerkstoff und ‑gestaltung, Schmierung, Reibung, Pressgeschwindigkeit und Kühlstrategie entscheidend für Maßhaltigkeit, Oberflächenqualität und Gefügezustand. Durch geeignete Prozessführung kann eine gezielte Texturierung, Kornfeinung und damit eine Anpassung mechanischer und funktionaler Eigenschaften erreicht werden.
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