In der Werkstofftechnik bezeichnet Feedback (Rückkopplung) die systematische Rückführung von Mess- oder Zustandsinformationen eines Materials oder Prozesses in dessen Steuerung, Modellierung oder Optimierung. Feedback bildet die Grundlage adaptiver Prozessregelung, modellbasierter Werkstoffentwicklung und datengetriebener Qualitätskontrolle.
Ein zentrales Anwendungsfeld ist die prozessintegrierte Rückkopplungsschleife: In Umform-, Wärmebehandlungs- oder Beschichtungsprozessen werden Größen wie Temperatur, Dehnung, Härte oder Phasengehalt in-situ erfasst und zur unmittelbaren Anpassung von Parametern (z.B. Walzkräfte, Aufheizraten, Abkühlintensitäten) genutzt. Solche geschlossenen Regelkreise reduzieren Streuungen in Mikrostruktur und Eigenschaften und ermöglichen engere Toleranzen.
Spezifische Formen sind etwa die Steifheitsrückmeldung, bei der aus Kraft–Weg- oder Spannungs–Dehnungs-Signalen in Echtzeit auf den aktuellen Steifigkeitszustand eines Bauteils geschlossen wird, um Prüf- oder Fertigungsstrategien anzupassen. Analog werden in additiven Verfahren optische oder akustische Signale als Feedback für Schichtqualität und Defektbildung genutzt.
In der datengetriebenen Werkstoffentwicklung dient Feedback zwischen Experiment, Simulation und maschinellem Lernen zur iterativen Verbesserung von Materialmodellen und zur zielgerichteten Exploration des Eigenschaftsraums (z.B. in geschlossenen Optimierungsschleifen der ICME-Ansätze). Insgesamt erhöhen Feedback-Mechanismen die Robustheit von Prozessen, beschleunigen die Werkstoffentwicklung und sind grundlegend für „smart materials“ und cyber-physische Produktionssysteme.
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