Technische Folien in der Werkstofftechnik

Unter Folien versteht man flächige, weitgehend homogene Werkstoffprodukte mit sehr geringer Dicke (typisch < 200 µm bis einige 100 µm) bei gleichzeitig großer lateraler Ausdehnung. Sie werden aus Metallen (z. B. Aluminium-, Nickel-, Molybdänfolien), Polymeren, Keramiken oder Verbundwerkstoffen hergestellt und spielen eine zentrale Rolle in Verpackungstechnik, Elektronik, Energietechnik und Hochtemperaturanwendungen.

Metallische Folien, etwa Dünne Metallfolien, Aluminiumfolien oder Nickelfolie, werden überwiegend durch Kaltwalzen, ggf. kombiniert mit Glühen, erzeugt. Für sehr geringe Dicken kommen Sputtern, PVD, CVD oder elektrochemische Abscheidung zum Einsatz; das Übergangsfeld zu funktionalen Dünnfolien bzw. Dünnschichten ist dabei fließend. Die Mikrostruktur solcher Folien ist durch ausgeprägte Textur, hohe Versetzungsdichten und Korngrenzenspezifika geprägt, was ihre mechanischen, thermischen und elektrischen Eigenschaften maßgeblich beeinflusst.

Leiterfolien und metallische Bahnen auf Polyimid-Substraten sind Schlüsselkomponenten in flexiblen Leiterplatten, Batteriezellen und Dünnschicht-PV. Hier stehen Leitfähigkeit, Haftung, Biegewechselfestigkeit und Diffusionsbarrieren im Vordergrund. Hochtemperaturfolien wie Molybdänfolie werden in Ofenbau, Vakuumtechnik und als Träger in der Hartlöttechnik eingesetzt, wobei Kriechverhalten, Oxidationsbeständigkeit und Kornwachstum kritisch sind.

Werkstofftechnische Herausforderungen umfassen Handhabung und Umformung im extremen Dünnblechbereich, Delamination und Rissinitiierung, Oberflächen- und Randzonendefekte sowie Diffusion und Korrosion. Präzise Prozessführung bei Walzen, Wärmebehandlung und Beschichtung ist entscheidend, um definierte Eigenschaften und enge Toleranzen zu gewährleisten.

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