In den Ingenieur- und Werkstoffwissenschaften bezeichnet die Höhe eine gerichtete lineare Abmessung eines Körpers, die typischerweise senkrecht zur Hauptauflage- oder Bezugsebene definiert wird. Sie ist von zentraler Bedeutung für die Beschreibung der Geometrie von Proben, Bauteilen und Schichten sowie für deren mechanische, thermische und funktionale Eigenschaften.
Ein spezialisierter Begriff ist die Aufbauhöhe, die etwa in Beschichtungs‑, Additiv‑ oder Verbindungstechnologien die resultierende Gesamthöhe einer aufgebrachten Schicht oder eines Schichtverbundes oberhalb einer Referenzfläche beschreibt. In der additiven Fertigung umfasst die Aufbauhöhe üblicherweise die Summe der Schichtdicken zuzüglich eventueller Oberflächenrauheit, während in der Leiterplattentechnik oder im Mikroelektronik-Packaging die Aufbauhöhe maßgeblich die Integrationsdichte und Zuverlässigkeit beeinflusst.
Metrologisch wird die Höhe mittels taktiler oder optischer Verfahren (Taster, Konfokalmikroskopie, Weißlichtinterferometrie u. a.) gegen definierte Bezugsebenen oder ‑linien bestimmt. Die Unsicherheit der Höhenmessung wirkt sich direkt auf die Tolerierung und Funktionssicherheit von Fügestellen, Dichtkonturen und tribologischen Kontaktflächen aus.
In der Werkstoffcharakterisierung geht die Höhe beispielsweise in die Berechnung von Spannungen (über Querschnittsflächen), in Wärmetransportmodelle (Wärmeleitpfadlänge) oder in Stabilitätsanalysen schlanker Strukturen ein. Eine präzise Definition der Bezugsebene, der Messrichtung und der Randbedingungen ist dabei essenziell, um Messergebnisse reproduzierbar zu machen und zwischen unterschiedlichen Systemen oder Labors vergleichen zu können.
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