Infrastrukturen in den Materialwissenschaften umfassen die Gesamtheit der technischen, digitalen und organisatorischen Ressourcen, die systematische Forschung an Werkstoffen ermöglichen. Dazu zählen Großgeräte (z. B. Synchrotron- und Neutronenquellen, Elektronenmikroskope, Nanofabrikationseinrichtungen), spezialisierte Labore, Daten- und Rechenzentren sowie standardisierte Proben- und Referenzsammlungen.
Zentrale analytische Forschungsinfrastrukturen erlauben hochaufgelöste Struktur- und Funktionsanalyse über Längenordnungen hinweg, von der atomaren bis zur Bauteilebene. Digitale Infrastruktur und Forschungsdateninfrastruktur stellen die Erfassung, Kuratierung und langfristige Verfügbarkeit von Mess- und Simulationsdaten sicher und bilden die Grundlage für datengetriebene Ansätze und Materialinformatik.
Eine leistungsfähige Dateninfrastruktur umfasst Metadatenstandards, persistent Identifier, Zugriffskonzepte (inkl. Open-Access-Infrastruktur) sowie Schnittstellen zu Hochleistungsrechnern. Infrastrukturentwicklung beinhaltet die kontinuierliche Anpassung dieser Systeme an neue Messmethoden, höhere Datenraten und sich wandelnde Anforderungen, etwa in der Nanowissenschaft oder bei seismischen Untersuchungen von Bauwerken und Untergründen.
Auf der operationellen Ebene werden Infrastrukturelemente wie Messketten, Probenumgebungen, Reinräume und automatisierte Workflows zu integrierten Plattformen kombiniert. Solche Infrastrukturen erhöhen Reproduzierbarkeit, Vergleichbarkeit und Nachvollziehbarkeit experimenteller und numerischer Studien und ermöglichen kooperative Forschung über institutionelle und nationale Grenzen hinweg.
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