Isolierung bezeichnet in den Werkstoffwissenschaften die gezielte Reduktion von Wärme-, elektrischen oder akustischen Transportprozessen durch geeignete Materialien und Strukturen. Im engeren technischen Sprachgebrauch steht der Begriff häufig für thermische Isolierung, also die Verringerung des Wärmeflusses zwischen zwei Bereichen mit unterschiedlicher Temperatur.
Thermische Isolationswirkung beruht auf der Unterdrückung von Wärmeleitung (phonetischer, elektronischer Transport), Konvektion (Strömung in Poren/Spalten) und Wärmestrahlung. Technische Dämmstoffe wie Mineralfasern, Holzfaserdämmstoffe, Korkisolierung, Glas- bzw. Glasisolierung oder Glasblasen-Dämmung zeichnen sich typischerweise durch geringe Wärmeleitfähigkeit, hohe Porosität und oft geschlossene oder feinzellige Porenstrukturen aus. Für extreme Temperaturbereiche wurden Superisolierungen (z. B. Vakuumisolationspaneele, Multilayer-Insulation in der Kryo-Isolierung) entwickelt, bei denen Gas- und Festkörpertransport weitgehend unterdrückt werden.
Neben der Wärmeisolation spielt elektrische Isolierung eine zentrale Rolle. Isolierwerkstoffe wie Keramiken, Gläser und Polymere besitzen hohe elektrische Durchschlagsfestigkeit und niedrige Leitfähigkeit, um Bauteile und Systeme vor unkontrollierten Strömen zu schützen. In vielen Anwendungen werden thermische und elektrische Anforderungen kombiniert, etwa in Elektronikgehäusen oder Hochspannungsisolatoren mit definiertem Wärmemanagement.
Die Werkstoffauswahl für Isolierungen erfordert die Berücksichtigung von Temperaturbereich, Feuchtebeständigkeit, Langzeitstabilität, mechanischer Integrität, Brandschutz (Entflammbarkeit, Rauchgasbildung) und Recyclingfähigkeit. Die Entwicklung moderner Dämmstoffe fokussiert neben der Verbesserung der Isolationsleistung zunehmend auf ökologische Aspekte, etwa durch biobasierte oder rezyklierbare Isolationsmaterialien.
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