Sprachkonzepte und Sprachen in der wissenschaftlich-technischen Kommunikation

Begriff und Ebenen von „Sprache“
Der Begriff „Sprache“ (language) umfasst in den Natur- und Ingenieurwissenschaften mehrere Ebenen: natürliche Sprachen (z.B. Deutsch, Englisch), formale Sprachen (z.B. Logik, Mathematik), domänenspezifische Beschreibungssprachen (z.B. für Werkstoffdatenbanken) sowie Programmiersprachen zur Modellierung und Simulation.

Rolle natürlicher Sprachen
Natürliche Sprachen dienen der präzisen Dokumentation von Experimenten, der Normung (z.B. Terminologie in ISO- und DIN-Standards) und der internationalen Wissensvermittlung. Zentral ist dabei kontrollierte Fachsprache mit eindeutig definierten Termen, um Mehrdeutigkeiten etwa bei Gefügebeschreibungen, Versuchsbedingungen oder Fehlermoden zu vermeiden.

Formale und technische Sprachen
Formale Sprachen strukturieren mathematische Modelle (z.B. Kontinuumsmechanik, Thermodynamik), während Programmiersprachen Simulations- und Auswerteprozesse implementieren (FEM-Codes, Phasenfeldmodelle, Machine-Learning-Modelle für Werkstoffeigenschaften). Domänenspezifische Sprachen und standardisierte Datenformate (z.B. für kristallographische Daten oder Werkstoffkennwerte) ermöglichen reproduzierbare, maschinenlesbare Repräsentationen.

Mehrsprachigkeit und Interoperabilität
„Languages“ im Plural adressiert zudem die Notwendigkeit, zwischen verschiedenen Sprachsystemen zu übersetzen: zwischen Laborprotokoll und Datenbank, zwischen experimentellen Beschreibungen und Simulationsinput, sowie zwischen verschiedenen natürlichen Sprachen. Ontologien und kontrollierte Vokabulare spielen hierbei eine Schlüsselrolle für semantische Interoperabilität.

Bedeutung für die Disziplin
Eine explizite Reflexion über Sprachkonzepte ist essenziell für Standardisierung, Datenintegration, automatisierte Auswertung und den Einsatz KI-gestützter Methoden in den Werkstoffwissenschaften.

Neue Inhalte

Beliebte Inhalte

© 2026