In den Ingenieurwissenschaften bezeichnen Module funktionale, in sich abgeschlossene Einheiten, die sich zu komplexen Systemen kombinieren lassen. In der Werkstofftechnik kommen Module sowohl in der Versuchstechnik (z.B. modulare Experimenteinheiten, CT‑Module) als auch in Produktions- und Analysesystemen (z.B. Workflow‑Module, bewegliche Stützmodule) zum Einsatz.
Zentrale Merkmale von Modulen sind eine klar definierte Schnittstelle (mechanisch, elektrisch, fluidisch oder softwarebasiert), eine wohldefinierte Funktion (Messen, Belasten, Temperieren, Transportieren, Auswerten) und eine standardisierte Geometrie oder Datenstruktur zur Austauschbarkeit. In Modulsystemen werden diese Einheiten so gestaltet, dass sie ohne wesentliche Anpassung kombinierbar und skalierbar sind.
In der experimentellen Werkstoffprüfung ermöglichen modulare Experimenteinheiten und CT‑Module (z.B. für in‑situ‑Tomographie unter Last oder Temperatur) die flexible Konfiguration von Versuchsaufbauten. Bewegliche Stützmodule dienen etwa zur variablen Probenlagerung oder zur Anpassung von Kraft- und Momentenverläufen. Workflow‑Module strukturieren datenintensive Prozessketten, z.B. bei der digitalen Bildkorrelation, automatisierten Defekterkennung oder der Kopplung von Simulation und Experiment.
Die Modularisierung unterstützt Reproduzierbarkeit, Wiederverwendbarkeit und Skalierbarkeit von Versuchs- und Prozessketten. Für die wissenschaftliche Nutzung sind dabei standardisierte Schnittstellen, eindeutige Kalibrier- und Metadatenkonzepte sowie eine präzise Dokumentation der jeweiligen Modulfunktion entscheidend.
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