Asche bezeichnet den überwiegend anorganischen, oxidischen Rückstand, der nach vollständiger oder weitgehender Verbrennung bzw. Vergasung organischer Materialien verbleibt. Sie besteht typischerweise aus Oxiden, Hydroxiden, Carbonaten und teilweise Phosphaten von Metallen und Erdalkalimetallen (z. B. Ca, K, Na, Mg, Fe) sowie aus silikatischen Phasen.
Werkstoffwissenschaftlich ist Asche kein einheitlicher Werkstoff, sondern eine Stoffgruppe mit stark prozess- und ausgangsstoffabhängiger Zusammensetzung und Mikrostruktur. So unterscheidet sich etwa Kuhknochenasche, die reich an Hydroxylapatit (Ca5(PO4)3OH) ist, deutlich von Bodenaschen aus Müllverbrennungsanlagen, die silikatreich sind und oft Schwermetalle, Chloride und Sulfate enthalten.
Zentrale Parameter zur Charakterisierung sind der Glühverlust, die chemische Haupt- und Spurenelementanalyse, Phasenbestimmung (z. B. mittels XRD), Partikelmorphologie (SEM) sowie Schmelz- und Erweichungsverhalten. Diese Eigenschaften bestimmen das Verwertungs- oder Entsorgungspotenzial, etwa als Zusatzstoff in Zement und Beton, als sekundäre Rohstoffquelle (Metallrückgewinnung) oder als Trägermaterial in Katalysatoren und Filtermedien.
Für thermische Anlagen ist das Ascheverhalten prozessrelevant: Sinter- und Schlackebildung, Korrosion und Verschlackung hängen von Aschezusammensetzung und -schmelzpunkt ab. In der Forschung gewinnt Asche zudem Bedeutung im Kontext der Kreislaufwirtschaft, etwa bei der Entwicklung von Verfahren zur Stabilisierung, Immobilisierung von Schadstoffen und zur hochwertigen stofflichen Nutzung dieser komplexen anorganischen Reststofffraktionen.
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