Der Begriff Assignment bezeichnet in der werkstoffwissenschaftlichen Praxis die eindeutige Zuordnung von Informationen zu Objekten, Zuständen oder Datenstrukturen. Im engeren rechnergestützten Kontext geht es meist um die Zuweisung von Werten, Parametern oder Attributen zu diskreten Einheiten wie Knoten, Elementen, Körnern oder Phasen.
In der numerischen Simulation (z. B. Finite-Elemente-, Phasenfeld- oder Molekulardynamikrechnungen) umfasst Assignment typischerweise:
(1) Geometrische und topologische Zuweisung: Diskretisierte Punkte, Elemente oder Volumina erhalten Koordinaten, Nachbarschaftsbeziehungen und Zugehörigkeit zu Teilgebieten (z. B. Korngrenzen, Randschichten).
(2) Material- und Zustandszuweisung: Jedem Diskretisierungselement werden Materialkennwerte (Elastizitätsmodul, Plastizitätsparameter, Diffusionskoeffizienten), Phasenkennungen oder Zustandsvariablen (z. B. Versetzungsdichte, Schädigungsvariablen) zugeordnet. Die Qualität dieser Assignments ist entscheidend für die physikalische Aussagekraft der Simulation.
(3) Rand- und Anfangsbedingungen: Lasten, Verschiebungen, Temperaturfelder oder chemische Potentiale werden definierten Bereichen, Flächen oder Knoten zugewiesen. Fehler in diesen Assignments führen häufig zu systematischen Abweichungen oder Instabilitäten.
Darüber hinaus spielt Assignment auch in der experimentellen Datenauswertung eine Rolle, etwa bei der Zuordnung von Messpunkten zu Mikrostrukturmerkmalen (z. B. Zuweisung von EBSD-Orientierungen zu Körnern) oder bei der Verknüpfung multimodaler Datensätze. Präzise, nachvollziehbare Assignments sind Voraussetzung für Reproduzierbarkeit, Datenintegration und die Kopplung von Modellen auf verschiedenen Skalen.
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