DGM Aktuell
01.11.2003 (CET)
DGM AKTUELL 2003, 5, No. 11

Wussten Sie, dass „Thesaurus“ auf griechisch „Schatz“ bedeutet? Erst an zweiter Stelle spricht das Konversationslexikon von „Verzeichnis der Wörter einer Sprache“. Hier kommen wir der Sache, die ich heute ansprechen möchte, schon näher, obwohl ein Verzeichnis natürlich auch ein Schatz sein kann.

Wir haben im Rahmen eines EU-geförderten Projektes ein Verzeichnis unserer fachlichen Begriffswelt erstellt, nach dem wir die Einträge unserer großen Datenbank ordnen möchten, um daraus eine Art Who-is-who-Verzeichnis oder Gelbe-Seiten zu machen. Unsere Datenbank ist mittlerweile auf über 50000 Einträge angewachsen und dürfte damit, zumindest in Deutschland, einen wesentlichen Teil der materialwissenschaftlichen und werkstofftechnischen Experten abdecken.

Die Einträge, Anschrift, Email-Adresse, Telefon, umfassen zunächst die Mitgliederdatei, entstehen aber darüber hinaus in hohem Maße über die Anmeldung zu unseren Veranstaltungen, an denen ja auch viele Nichtmitglieder teilnehmen. Dabei gehen die Einträge heute dank unserer großen internationalen Tagungen weit über den deutschsprachigen Einzugsbereich, der etwa 30000 Einträge umfasst, ja sogar auch über das geographische Europa mit weiteren 13000 Einträgen deutlich hinaus.

Wir nutzen unsere Datenbank, um für Veranstaltungen zu werben, wie Sie, verehrte Leser, regelmäßig bemerken können. Was wollen wir also mit dem Thesaurus? Nun, unsere Ansprache geschieht sehr undifferenziert, quasi nach dem Gießkannenprinzip, was sehr aufwendig sein kann. Und spätestens bei der Emailwerbung kommt ein anderer Aspekt hinzu: Sie fühlen sich als Empfänger belästigt, wenn Sie häufig zu Themen eine Werbung erhalten, die Sie nicht interessieren.

Mit einer Datenbank, die nach einem Thesaurus spezifiziert ist, können wir sehr viel zielgenauer Werbung betreiben. Aber das ist nur ein Vorteil. Wie oft suchen wir einen Experten zu einem sehr speziellen Thema: für einen Vortrag oder eine Buchbesprechung, als Berater bei der Produktgestaltung oder als Gutachter in einem Schadensfall. Im privaten Alltag greifen wir ganz einfach nach den Gelben Seiten, warum nicht auch im beruflichen Alltag? Die Struktur der Gelben Seiten stellt praktisch einen Thesaurus dar.

Wir werden also unsere Datenbankeinträge sukzessive nach dem Thesaurus ordnen, und zwar beginnen wir mit unseren Mitgliedern, die ja bereits über die DGM-Homepage Zugang zur Mitgliederdatei haben. Dort können Sie also in Zukunft auch das Fach- und Interessengebiet des Kollegen nachlesen. Natürlich werden wir Sie und den Kollegen um Einverständnis bitten. Vor allem sind wir auf Ihre Bestätigung bzw. Präzisierung des Eintrags angewiesen.

Danach kommen die Nichtmitglieder im In- und Ausland dran. Dieser Prozess wird sich noch eine ganze Weile hinziehen. Dabei kann es durchaus auch zu einer Umordnung oder Ergänzung des Thesaurus kommen. Der auf vier Hierarchiestufen angelegte Thesaurus ist zwar im Rahmen des Projektes von einer Werkstoffdatenbankexpertin, Frau Dr. Ursula Bayerlein, zusammengetragen worden, wie Sie auf den Seiten 5 und 6 nachlesen können. Aber wir sind uns darüber im klaren, dass sich der Thesaurus anpassen muss, vor allem, wenn neue Teilgebiete dazukommen.

Ich bin sicher, verehrte Mitglieder, dass Sie dieses Angebot gerne in Anspruch nehmen werden und dass dadurch die Mitgliedschaft in der DGM umso attraktiver wird. Spätestens dann könnte sich der Thesaurus für Sie und die DGM wirklich als ein Schätzchen erweisen.

Ihr
Peter Paul Schepp

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