DGM Aktuell
01.04.2004 (CEST)
DGM AKTUELL 2004, 6, No. 4

„… and the winner is …“, das kennen wir aus Hollywood und von Olympia. Es ist nicht gerade die Ankündigung, derer sich Wissenschaftler gewöhnlich bedienen. Gleichwohl freuen sich natürlich auch Wissenschaftler über jede Art der respektvollen Anerkennung. Auch eine Hitliste, eigentlich eine einfache Nachfragestatistik, gehört zu den Öffentlichkeitsmerkmalen, die manchmal sehr begehrt sein können.

Die Welt scheint dabei auf die ersten Plätze einer Bestenliste reduziert. Aber obwohl wir zweifeln, ob das sinnvoll ist und vor allem, ob bei der Zusammenstellung nicht sozusagen Äpfel mit Birnen verglichen werden, reizt es uns doch immer wieder nachzuschauen, und wir erwarten bei periodisch erscheinenden Hitlisten ungeduldig deren Aktualisierung. So verwundert es nicht, dass auch die „Beliebtheit“ von Zeitschriften oder von einzelnen wissenschaftlichen Arbeiten mit einem „Citation Index“ gemessen wird.

Bisher war diese Erhebung der Statistikzahlen jedoch aufwändig und vor allem großen Verlagen vorbehalten, die sie als Marketinginstrument einsetzen. Nun liefert das Internet dem Herausgeber die statistischen Zugriffszahlen einfach so frei Haus, und zwar differenziert bis hinunter zu „Einzelereignissen“. Was können wir als Verein daraus machen?

Unsere Veranstaltungen sind ja reiche Quellen der Statistik, vor allem seitdem wir deren Programme schon sehr früh im Internet anbieten. Jedes Tagungsprogramm der DGM ist dort inzwischen mit einer Suchmaschine verknüpft. Man kann z. B. nach dem Titel oder dem Autor fragen oder eine Volltextsuche im Abstract durchführen. Jede Nachfrage kann dann natürlich gezählt, statistisch ausgewertet und die Statistik auf derselben Homepage augenblicklich veröffentlicht werden.

Wir können also schon vor der Tagung sehen, welches der beliebteste, d. h. der am meisten nachgefragte Beitrag war (siehe Beispiel: Tagung Reibung und Verschleiß 2004, www.dgm.de/reibung). Das setzt sich interessanterweise auch noch eine Weile nach der Tagung fort.

Für die Materials Week 2000 hatten wir das Internetangebot auch auf die Proceedings ausgedehnt, und zwar erschienen zum ersten Mal die Proceedings einer unserer Tagungen im Internet. Wir stellten über 400 Manuskripte mit ca. 2500 Seiten ins Netz, wo sie intensiv nachgefragt wurden und auch heute noch eingesehen werden können (www.materialsweek.org/proceedings). Wir haben darüber monatlich Statistik geführt und können heute eine beeindruckende Hitliste (siehe Seite 2) z. B. der ersten 15 präsentieren.

Bis Februar 2004 wurden von dieser Tagung insgesamt 29004 Beiträge „heruntergeladen“. Den ersten Platz bekleidet übrigens ein Autorenteam der Montanuniversität Leoben mit einer Download-Quote von 834. Auch Platz 15 weist noch eine Quote von 111 auf. Hätten die Autoren ihren Beliebtheitsgrad auch offline so eindrucksvoll demonstrieren können?

Auch wenn eine CD oder ein Buch diese Auflage hat, erfährt der Autor noch lange nicht, wie oft speziell sein Paper nachgefragt ist. Wir können also dem Autor einen ganz persönlichen Index anbieten und werden das vermehrt auf ganz verschiedenen Gebieten tun. Sie, meine Damen und Herren Mitglieder, werden solche Dienste gerade auf der DGM-Homepage in Zukunft bevorzugt vorfinden.

Ihr
Peter Paul Schepp

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