DGM aktuell
01.11.2009
DGM AKTUELL 2009, 11, No. 11

Liebe Mitglieder und Freunde der DGM,

in einigen Editorials dieses Jahres wurde bereits unter mehreren Blickwinkeln unser erfolgreicher DGM-Tag 2009 in Saarbrücken beleuchtet. Als derzeitiger Leiter unseres Ausbildungsausschusses und damit für die Nachwuchsförderung in der DGM mit verantwortlich, möchte ich heute dazu eine weitere Facette hinzufügen, indem ich detaillierter über ein noch recht neues Instrument der Nachwuchsförderung im Bereich der Ingenieurwissenschaften – die DFG-Nachwuchsakademie – berichte.

Unter meiner Koordination startete die Deutsche Forschungsgemeinschaft in diesem Jahr mit dem Motto „Interdisziplinäre Fragestellungen der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik“ die dritte Nachwuchsakademie (2008: Prof. Gumbsch, 2009: Prof. Gottstein), mit der herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ingenieur- und naturwissenschaftlichen Bereichen möglichst frühzeitig für interdisziplinäre Forschungsansätze sensibilisiert und gewonnen werden sollen.

Als Querschnittsdisziplin hat die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik eine Vielzahl von Facetten, die sich in einer besonderen Breite der Themenstellung ausdrücken. Die Nachwuchsakademie der DFG soll einen Überblick über die konkreten Fragestellungen vermitteln, die in den verschiedenen Problemkreisen im Brennpunkt des Interesses stehen. Der Nachwuchsakademie vorgeschaltet war nun – wie auch in den vergangenen Jahren von unserem neuen Geschäftsführer, Dr. Frank Fischer, initiiert – im Rahmen des DGM-Tages ein Nachwuchskarriereworkshop mit über 100 Doktorandinnen und Doktoranden, in dem die späteren Karrierechancen in Wissenschaft und/oder Industrie mit kompetenten Partnern intensiv diskutiert wurden.

Diejenigen Kandidaten, die sich nun für eine weitere wissenschaftliche Karriere interessieren, bewerben sich mit ihrer bisher erbrachten wissenschaftlichen Leistung und mit einer Projektskizze (maximal 3 Seiten) für eine zu bearbeitende wissenschaftliche Fragestellung aus dem Bereich Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (Bewerbungsfrist: 30.11.2009). Eine Gutachtergruppe prüft die eingehenden Projektskizzen und lädt etwa 20 TeilnehmerInnen in Phase 1 der Nachwuchsakademie zu einem 3-tägigen Workshop (15.-17. März 2010 in Heigenbrücken im Spessart) ein, in dem fachliche Themen und Fragen des Wissenschaftsmanagements sowie die Projektskizzen der Teilnehmenden mit international renommierten Experten kritisch diskutiert werden. Dieser Workshop soll die Teilnehmer in die Lage versetzen, in Phase 2 – dem Antragskolloquium – im Frühsommer 2010 ihren vollständigen (ersten) DFG-Antrag vorzustellen. Auf dieser Basis wird über die Bewilligung der Forschungsprojekte entschieden. Phase 3 schließt dann im Frühjahr 2011 die Nachwuchsakademie 2009 mit einem weiteren Zusammentreffen der erfolgreichen Antragsteller zwecks Erfahrungsaustauschs ab. Weitere Details können unter www.dgm.de/dgm/nachwuchs/php/akademie.htm gefunden werden.

Ich möchte aber an dieser Stelle nicht vergessen zu erwähnen, dass die Nachwuchsakademie eingebettet ist in eine Offensive für eine verbesserte Informationsbereitstellung über die Karrieremöglichkeiten unserer Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik und weitere Maßnahmen zur Unterstützung, die von der Bundesvereinigung Materialwissenschaft und Werkstofftechnik (BV MatWerk) initiiert wurde und von der DFG unterstützt wird. Wir als schon gestandene Wissenschaftler sollten daher ebenfalls mithelfen, unseren noch jungen Kolleginnen und Kollegen einen möglichst reibungslosen, erfolgreichen Start in ihr Berufsleben zu ermöglichen.

Martin Heilmaier, Technische Universität Darmstadt
Leiter des DGM-Ausbildungsausschusses

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