
Liebe Mitglieder und Freunde der DGM,
in wenigen Wochen wird Herr Dr. Hartmann von den Wieland Werken in Ulm den Vorsitz der DGM übernehmen. Ich werde als erster stellvertretender Vorsitzender noch für zwei Jahre tätig sein. Zweiter stellvertretender Vorsitzender wird Herr Prof. Christ von der Universität Siegen. Mein Vorgänger als Vorsitzender, Herr Dr. Heinricht, wird satzungsgemäß aus dem Vorstand ausscheiden. Dieser Wechsel der Aufgaben ist ein guter Zeitpunkt für einen Blick zurück auf die vergangenen zwei Jahre und einen Ausblick auf die nähere Zukunft unserer Gesellschaft.
Die Jahre 2009 und 2010 waren für die DGM durch drei wesentliche Themenfelder geprägt: Aktives verantwortungsvolles Handeln in einer tiefgehenden globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, die Besinnung auf zukunftsfähige Werte sowie die aktive Öffnung für neue Formen des Zusammenwirkens der Mitglieder und der Kooperation mit anderen Organisationen.
Gemeinsam konnten wir die negativen Auswirkungen der finanz- und wirtschaftspolitischen Erschütterungen auf die DGM gering halten; gehen näher betrachtet aus der Krise sogar gestärkt hervor. Die DGM hat auf leicht abgesenktem finanziellen Niveau verlustfrei agiert. Wir haben die letzten zwei Jahre zugleich genutzt und uns so positioniert, dass wir den ersten nun eingetretenen Wiederaufschwung befördern und erfolgreich mitgestalten konnten und für die kommenden Jahre eine solide Ausgangsposition haben.
Die MSE2010-Konferenz in Darmstadt war sicher eine entscheidende Nagelprobe für unser Konzept der größeren Nähe und der Vernetzung. Der Rahmen war nicht glamourös, aber erstklassig. Studenten und Doktoranden unseres Fachgebiets fühlten sich ebenso als aktiver Teil der Veranstaltung wie die Nachwuchsforscher und „Arrivierten“ aus Wissenschaft, Forschung und Industrie. Die Kombination der Tagung mit einer Vielzahl von Side-Events, u.a. zu wissenschaftspolitischen Fragestellungen sowie dem DGM-Tag 2010, war eine organisatorische und logistische Meisterleistung. Die DGM-Geschäftsstelle, der DGM-Geschäftsführer, der Beirat, das örtliche Organisationskomitee haben hervorragende Arbeit geleistet. Die Planungen für die MSE2012 sind schon weit fortgeschritten. Vieles wird ähnlich bleiben. Wirtschaft und Industrie sollen stärker eingebunden und Qualität und Relevanz der eingereichten Kurzfassungen noch stringenter bewertet werden.
Mit der MSE-Tagung im zweijährigen Turnus und einem jährlichen DGM-Tag haben wir ein Format unserer DGM-Kerntagungen begründet, mit dem wir im Sinne von Nähe und Vernetzung auch mittelfristig operieren wollen. Dabei wird in Jahren der MSE-Tagungen der DGM-Tag in deren Rahmen stattfinden, in den Jahren dazwischen als mehrtägige Veranstaltung an wechselnden Orten mit starken Aktivitäten in Materialwissenschaft und Werkstofftechnik abgehalten. 2009 war Saarbrücken und 2010 im Rahmen der MSE Darmstadt der Tagungsort. Der DGM-Tag 2011 wird in Dresden stattfinden.
Wie bei fast allen Aktivitäten der DGM ist es auch bei den Fachausschüssen gelungen, Nähe und Vernetzung neu zu gestalten. Mit der jährlichen gemeinsamen Sitzung aller Fachausschussleiter auf dem DGM-Tag und der Regelung, dass zwei gewählte Vertreter der Fachausschussleiter satzungsgemäß dem DGM-Vorstand angehören, wurde eine neue Qualität der Kommunikation mit dem Vorstand und zwischen den Fachausschüssen selbst angestoßen.
Meinem Vorgänger Herrn Dr. Frank Heinricht möchte ich nochmals für die geleistete Arbeit als Vorsitzender der DGM danken. Er hat das Fundament für wesentliche Entwicklungen unserer Gesellschaft gelegt. Er hat u.a. Dr.-Ing. Frank O.R. Fischer als neuen Geschäftsführer gewonnen, der unermüdlich mit hohem Einsatz für die DGM unterwegs ist. Mein Dank gilt ihm, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle sowie allen Mitgliedern und Förderern, die unsere Arbeit bei und für die DGM in den vergangenen Jahren auf vielfältige Weise unterstützt haben. Dass die DGM auf unserem Fachgebiet für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft Außergewöhnliches leistet, wird erst möglich durch das Zusammenwirken des großen persönlichen Engagements der Mitglieder und einer strukturierten Organisation.
Ich hoffe, dass es mir in den vergangenen zwei Jahren gelungen ist, die Gestaltungsmöglichkeiten der Einzelnen zu fördern und zugleich die Sachzwänge der Organisation verträglich zu gestalten.
Herrn Dr. Hartmann, der ab dem 1. Januar 2011 den Vorsitz übernimmt, wünsche ich an dieser Stelle eine allzeit glückliche Hand zum Wohl der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde.
Herzlichst Ihr
Wolfgang Kaysser
Geesthacht
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