DGM aktuell
01.04.2011
DGM AKTUELL 2011, 13, No. 04

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hand auf’s Herz, liebe DGM-Mitglieder:
Wann haben Sie zum letzten Mal ein Neumitglied für unsere Gesellschaft geworben? Ich höre Ihre Antworten: „Die jungen Leute wollen sich heute nicht mehr langfristig binden.“
„Die konkurrierenden Angebote sind so zahlreich.“
„Die tauschen sich in Facebook aus, aber nicht in einer für sie altmodischen Vereinigung von Personen.“

Aufgrund solcher Gedanken ist man schnell versucht, zu resignieren. Dann muss man aber auch akzeptieren, dass die Tage unserer Gesellschaft gezählt sind, so wie ein Adelsgeschlecht ohne Nachkommen ausstirbt, ein Volk ohne Kinder von der Erde verschwindet oder ein Gesangverein ohne neue Sängerinnen und Sänger eines Tages verstummt.

Für unsere DGM gibt es zweifellos eine bessere Strategie als die Resignation. Dazu lade ich Sie ein, kurz einmal darüber nachzudenken, in wie vielfältiger Art und Weise und wie lange schon Sie von der DGM-Mitgliedschaft profitieren. Denken Sie an Ihren Start in der DGM, denken Sie, wie oft Sie persönlich die DGM-Brückenfunktion zwischen Wissenschaft und Praxis, zwischen Universität und Industrie erlebt und genutzt haben! Denken Sie an die eine oder andere berufliche und vielleicht sogar persönliche Freundschaft, die sich für Sie innerhalb der DGM-Familie entwickelt hat! Denken Sie auch daran, dass es immer wieder Momente gegeben hat, in denen Sie stolz waren, ein DGM-Mitglied zu sein, z. B. wenn ganz junge Werkstofftechniker oder höchst arrivierte Materialwissenschaftler von unserer Gesellschaft geehrt wurden.

Wenn Sie all dies bedenken, wird Ihr Vertrauen in den Wert unserer Gesellschaft aufgefrischt und gestärkt. Ich fordere Sie auf und bitte Sie, aus dieser Haltung heraus auf die jungen Vertreterinnen und Vertreter der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Ihrem Umfeld zuzugehen und sie zu einem intensiven Gespräch einzuladen. Erklären Sie, wie das persönliche Netzwerk der DGM (im Kontrast zu allen virtuellen Netzwerken) die langjährige Zusammenarbeit fördert, wie dadurch gegenseitiges Vertrauen entsteht! Ich ermuntere Sie: Laden Sie die jungen Kolleginnen und Kollegen zu unseren Veranstaltungen ein, begleiten Sie sie dabei und lassen Sie sie den Wert des persönlichen Austauschs, des Gesprächs von Angesicht zu Angesicht erleben! Lassen Sie die jungen Menschen hautnah erfahren, dass Sie selbst stolz sind, DGM-Mitglied zu sein!

Noch ein warnendes Wort an all jene, die jetzt sagen: „Das ist alles recht schön und gut, aber dazu haben wir ja eine Geschäftsstelle und einen gewählten Vorstand. Diese Personen müssen kreativ sein und jene Aktionen durchführen, die unserer Gesellschaft neue Mitglieder zuführen. Wir Mitglieder haben für die Mitgliederwerbung keine Zeit, wir müssen uns in dem immer stärker werdenden Druck unserer Berufswelt mit unserem ganzen Engagement um unsere eigenen Belange kümmern.“ Falls Sie, liebe Leserin, lieber Leser dieser Zeilen, so denken, berücksichtigen Sie, dass Geschäftsstelle und Vorstand für unsere potentiellen Neumitglieder weit, weit weg sind. Dagegen sind Sie, liebe Mitglieder, vor Ort. Gerade durch Ihr hohes berufliches Engagement machen Sie unsere Gesellschaft für die jungen Menschen persönlich erlebbar. Mit Ihrem persönlichen Einsatz und Ihrer persönlichen Ausstrahlung werden Sie zum attraktivsten Werbeträger unserer Gesellschaft.

Sie sind die DGM! Wir sind die DGM!

Winfried J. Huppmann

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