
Liebe Mitglieder und Freunde der DGM,
die Fachausschüsse und Arbeitskreise der DGM bilden seit vielen Jahren das Rückgrat der DGM. Derzeit gibt es mehr als 60 Arbeitskreise, die in 24 Fachausschüssen organisiert sind. Darüber hinaus ist die DGM maßgeblich an zahlreichen Gemeinschaftsausschüssen mit anderen Fachgesellschaften beteiligt. An den regelmäßig stattfindenden Fachausschuss- und Arbeitskreissitzungen nehmen mehr als 2000 Materialwissenschaftler und Werkstofftechniker teil, um sich über neuste Entwicklungen und Trends in ihrem Fachgebiet auszutauschen. Bisher gibt es allerdings nur eine geringe Wechselwirkung zwischen den einzelnen Fachausschüssen. Um diesem Defizit entgegenzuwirken, fand beim DGM-Tag in Saarbrücken erstmals eine Klausursitzung der Fachausschuss- und Arbeitskreisleiter statt. Zusätzlich wählten die Fachausschuss- und Arbeitskreisleiter einen Sprecher und stellvertretenden Sprecher, der die Anliegen der Fachausschüsse im DGM-Vorstand vertritt.
Zur aktiven Unterstützung der Vernetzung der Fachausschüsse sollen diese neu organisiert werden. Die Einteilung kann entsprechend der fachlichen Ausrichtung in (i) materialorientierte, (ii) prozesstechnikorientierte, (iii) erkenntnisorientierte und (iv) anwendungsorientierte Fachausschüsse erfolgen. Materialorientierte Fachausschüsse sind beispielsweise Magnesium, Titan oder Polymerwerkstoffe, während prozesstechnikorientierte Fachausschüsse sich mit Formgebungsverfahren wie Strangpressen, Stranggießen, Ziehen oder Walzen beschäftigen. Die erkenntnisorientierten Fachausschüsse behandeln eher grundlagenwissenschaftliche Themen, wie die Simulation, Thermodynamik, Kinetik und Konstitution von Werkstoffen oder beispielsweise das Werkstoffverhalten unter mechanischer Beanspruchung. Darüber hinaus gibt es Fachausschüsse, bei denen bestimmte Anwendungen das verbindende Element darstellen, wie beispielsweise Materialien für elektronische Anwendungen oder die Hochtemperatur-Sensorik.
Die Neuorganisation der Fachausschüsse erleichtert auch die Identifikation von relevanten Bereichen der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik, in denen die DGM bisher noch nicht aktiv ist. Daraus können dann Handlungsempfehlungen zur Einrichtung neuer Arbeitskreise abgeleitet werden.
Um künftig größere Synergieeffekte zwischen den einzelnen Fachausschüssen zu erzielen, werden gemeinsame Fachausschusssitzungen zwischen den einzelnen Themenfeldern angestrebt. Bei der nächsten Klausursitzung im Rahmen des DGM-Tags in Dresden (14.06.2011) soll zunächst diskutiert werden, wie ein Fachausschuss das generierte Wissen und die Methoden der erkenntnisorientierten Fachausschüsse nutzen kann. Wo besteht beispielsweise ein Bedarf für Simulationen oder welchen Beitrag können thermodynamische Rechnungen bei der Legierungsentwicklung leisten? Was gibt es für neue materialographische Methoden, die zu einem besseren Verständnis der Gefüge-Eigenschaftskorrelation führen? Andererseits sollen material- und prozesstechnikorientierte Fachausschüsse den Bedarf an neuen Methoden und Techniken definieren.
Die Neuorganisation der Fachausschüsse dient auch zur übersichtlichen Außendarstellung der vielfältigen Aktivitäten der DGM. So soll gezeigt werden, in welchem Bezug die Aktivitäten der einzelnen Fachausschüsse zu gesellschaftlich relevanten Themenstellungen wie Energie, Mobilität, Gesundheit, Informations- und Kommunikationstechnologien oder Umwelt, Rohstoffe und Recycling stehen. Interessenten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sollen damit einen schnellen Überblick über das DGM-Kompetenzportfolio und die entsprechenden Ansprechpartner erhalten.
Ihr,
Michael J. Hoffmann
Sprecher der Fachausschüsse
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