DGM aktuell
01.07.2011
DGM AKTUELL 2011, 13, No. 07

Liebe Mitglieder und Freunde der DGM,

Werkstoffe bilden die Basis für die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren. Die Innovationskraft der europäischen Wirtschaft hängt maßgeblich von der Verfügbarkeit maßgeschneiderter Hochleistungswerkstoffe ab. Für gezielte Verbesserungen der Werkstoffeigenschaften und die Ermöglichung neuer Anwendungen spielt zunehmend auch die Nutzung von Effekten auf der Nanoebene eine Rolle.

Forschungsraum Europa im Themenfeld Werkstoffe

Vor diesem Hintergrund stellt die Europäische Kommission im 7. Forschungsrahmenprogramm 3,5 Mrd. € Fördermittel in Thema 4 „Nanowissenschaften, Nanotechnologien, Materialien und neue Produktionstechnologien – NMP“ bereit.

Hauptziel der Förderaktivitäten ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie mit Hilfe von praxisnahen Ergebnissen aus den geförderten Forschungsprojekten zu unterstützen. Das Resultat der bisher durchgeführten Ausschreibungsrunden ist vielversprechend: 415 Projekte mit mehr als 5000 Projektpartnern, darunter fast 1000 deutsche Einrichtungen aus Forschung und Industrie, werden aktuell gefördert. Somit leisten die deutschen Werkstoffforscher einen essenziellen Beitrag bei der Generierung der benötigten Forschungsergebnisse.

Eine weitere Ausschreibungsrunde mit einem Budget von ca. 500 Mio. € wird voraussichtlich im Juli diesen Jahres veröffentlicht. Dabei sind u.a. Ausschreibungen zu folgenden werkstoffrelevanten Aspekten geplant: Selbstheilende Werkstoffe, Verbindung unterschiedlicher Werkstoffe, Werkstoffe für die Energieerzeugung (Hochtemperaturbereich und Windkraft), Implantatwerkstoffe, Werkstoffe für die elektronische Datenspeicherung, Magnetwerkstoffe, schwer entflammbare halogenfreie Materialien, photokatalytische Materialien sowie Feinchemikalien auf der Basis von CO2.

Ergänzend zu den Ausschreibungen für Kooperationsforschungsprojekte hat die EU-Kommission auch Koordinierungsaktivitäten wie MATERA+ (Themenfeld Werkstoffe, www.materaplus.net), MNT ERA-NET (Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik, www.mnt-era.net) oder zukünftig M.ERA-NET (Materialwissenschaften und Werkstofftechnik) zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen nationalen und regionalen Forschungsförderinstituten bzw. Programmverwaltern angestoßen. In abgestimmten transnationalen Ausschreibungen erhalten Forscher so die Möglichkeit, mit Partnern aus anderen beteiligten Ländern zu kooperieren. Diese Maßnahmen tragen folglich wesentlich zur Realisierung des Europäischen Forschungsraumes bei.

Beratung bei der Antragstellung

Interessenten an der Werkstoffforschung in den Forschungsrahmenprogrammen der EU können in Deutschland Unterstützung durch die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte und beim Projektträger Jülich angesiedelte Nationale Kontaktstelle Werkstoffe erhalten. Unsere Leistungen umfassen u. a.:

  • Die Informationsaufbereitung und -weitergabe zu den Inhalten und Modalitäten der europäischen Forschungsförderung und zu aktuellen Entwicklungen in Brüssel in Form von Newslettern und Internetseiten;
  • Unterstützung bei der Ermittlung geeigneter Ausschreibungsthemen sowie bei der Suche nach Kooperationspartnern mittels einer Internetplattform;
  • Individuelle Beratung bis hin zur Durchsicht und Kommentierung von Projektanträgen.

Weitere Informationen und Kontaktdaten stellen wir auf unserer Internetseite für Sie bereit: www.nks-werkstoffe.de

Wir stehen Ihnen gerne mit unserem Beratungsangebot zur Verfügung.

Ingo Rey
Nationale Kontaktstelle Werkstoffe des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beim Projektträger Jülich - PtJ

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