
Liebe Freunde und Mitglieder der DGM,
im Fokus des neu gegründeten Fachausschusses „Field Assisted Sintering Technique/Spark Plasma Sintering“ (FAST/SPS) steht ein neuartiges Verfahren, welches für die Herstellung einer Vielzahl von Materialien verwendet werden kann. Die einzigartige Kombination von hohen Heiz- und Kühlraten, mechanischem Druck und elektrischem Feld ermöglicht die Verdichtung von Keramiken, Metallen, Halbleitern sowie Verbundwerkstoffen mit außergewöhnlich guten Eigenschaften. Daher sind wir bei der DGM richtig etabliert!
Die ersten Patente wurden Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts angemeldet, während Maschinen dieser Art jedoch erst ab den neunziger Jahren in Fernost vermarktet wurden. Seit 2000 erfährt diese Technologie einen Boom, der mit intensiver Forschung einhergeht und in der industriellen Fertigung hochwertige Produkte innerhalb kürzester Zeit realisiert.
Dieses komplexe Verfahren bezieht thermische, elektrische, chemische und mechanische Phänomene mit ein. Jedoch wollen wir weg von einer „Black Box“, die den Ruf dieser Technologie befleckt hat. Unser Anliegen ist es, Klarheit zu schaffen. Selbst wenn die bisher angenommenen Funken und ionisierten Gase während des Sinterprozesses schwer zu beweisen sind, bringt die FAST-Technologie eine Vielzahl von Vorteilen mit sich, die nicht ignoriert werden sollten.
Derzeit werden weltweit zahlreiche Konferenzen und Workshops über FAST/SPS organisiert. Im März 2011 fand an der TU Darmstadt die erste internationale Frühjahrsschule zu diesem Thema mit 35 ausgewählten Teilnehmern und zehn Dozenten aus der ganzen Welt statt. Aus der Abschlussdiskussion wurde ersichtlich, dass ein Netzwerk in Deutschland sowie eine Internetpräsenz sehr erwünscht sind.
Was uns bisher gefehlt hat, ist die Gelegenheit, Materialwissenschaftler aus Universitäten, Forschungsinstituten und der Industrie miteinander ins Gespräch zu bringen. In Frankreich läuft seit 2008 ein „Groupement de Recherche“ mit über 100 Teilnehmern. Es hat neuen Synergien Auftrieb verliehen und zahlreiche interessante Kooperationen in Schwung gebracht.
Es gibt in Deutschland nahezu 20 FAST/SPS-Maschinen und sogar einen Hersteller von FAST-Anlagen. Es ist jetzt an der Zeit, zusammenzukommen, um Informationen auszutauschen und gemeinsam praktische Probleme zu lösen, sodass nicht nur Materialentwicklung, sondern auch Materialproduktion betrieben wird.
Ich lade Sie ganz herzlich zu einem konstituierenden Zusammentreffen ein, welches am 15. Mai 2012 in Jena stattfinden wird. Zusätzliche Informationen und das Anmeldeformular finden Sie online auf www.fast-sps.uni-jena.de.
Zum Schluss möchte ich mich bei dem Vorstand der DGM bedanken, der unser Streben verstanden hat, und bei den Mitarbeitern, insbesondere Dr.-Ing. Frank Fischer, für die effiziente Unterstützung. Auf unser erstes Treffen bin ich sehr gespannt und freue mich auf Ihre aktive Teilnahme!
Ihr,
Prof. Dr. Olivier Guillon
Gründer des Fachausschusses FAST/SPS
Friedrich-Schiller-Universität Jena
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