DGM aktuell
01.06.2012
DGM AKTUELL 2012, 14, No. 06

Ein Indikator für gute Voraussetzungen einer beginnenden Karriere von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern kann darin gesehen werden, dass die eigenen Fähigkeiten und Potenziale vor dem Hintergrund des aktuellen Stands der Forschung und Entwicklung erkannt werden. Der Blick auf diesen Vergleichsstand kann nur mit dem Willen gelingen, aktiv und zielgerichtet auf Personen zuzugehen, die bereits wichtige Impulse setzen konnten, und dabei gleichzeitig die Vernetzung mit Kolleginnen und Kollegen voranzutreiben, die sich in einem Karrierestand befinden, der dem eigenen ähnelt.

Dies mit Blick auf die Wissenschaft zu fördern, ist eines der Ziele der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Sie hält verschiedene Formate bereit, die sich besonders gut als Umgebung für intensive Vernetzung eignen. So bieten die Nachwuchsakademien dem wissenschaftlichen Nachwuchs in einem frühen Stadium der Karriere Anregung und Unterstützung, um Forschungsprojekte vorzubereiten und für die eigene Projektleitung Drittmittel einzuwerben. Eines der Merkmale besteht in der ausführlichen Diskussion der jungen Leute mit hochrangigen Expertinnen und Experten auf dem jeweiligen Fachgebiet. Dies und der Austausch mit Gleichaltrigen werden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern stets als sehr bereichernd beschrieben. In Kürze wird die Teilnahme an der nächsten Nachwuchsakademie im Themenfeld „Materialwissenschaft, Werkstofftechnik, Charakterisierung, Simulation und Umformtechnik“ ausgeschrieben, die unter der fachlichen Leitung von Professor Hartmaier, Bochum, steht.

Eines der flexibelsten Instrumente der DFG für interdisziplinäre Verknüpfung stellen die bekannten Schwerpunktprogramme dar. Sie sollen spürbare Impulse zur Weiterentwicklung der Forschung durch die koordinierte, ortsverteilte Förderung wichtiger neuer Themen geben und gleichzeitig eine neue Qualität in Thematik, Kooperation oder Methodik hervorbringen. Der Mehrwert durch fachübergreifende Zusammenarbeit und Netzwerkbildung steht klar im Vordergrund. Zur Weiterentwicklung des Fachgebiets Materialwissenschaft und Werkstofftechnik ist die DFG besonders auf das Engagement aus der Community angewiesen, Anträge zur Einrichtung von Schwerpunktprogrammen zu stellen. Die nächste jährliche Frist endet am 15. Oktober 2012. Die DFG ist sehr daran interessiert, intensiv zu beraten und mit der Durchführung von Rundgesprächen zu unterstützen.

Ein neuer Schritt zur Vernetzung auf europäischer Ebene wird künftig im Rahmen des „ERA-NET on research on Materials Science and Engineering“ (M-ERA.NET) möglich sein. Diese paneuropäische Plattform von Fördereinrichtungen, der auf deutscher Seite die DFG und das BMBF angehören, wird im Herbst die erste Ausschreibung für transnationale Forschungsprojekte veröffentlichen. Die Mindestgröße für Konsortien ist mit nur zwei Projekten aus zwei Ländern sehr attraktiv. Durch die geografische Verteilung der beteiligten Partnerorganisationen werden gute Möglichkeiten zur Vernetzung geboten.

Dr.-Ing. Xenia Molodova
Dr. Burkard Jahnen
Deutsche Forschungsgemeinschaft, Bonn

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