
Wege zur Energieeffizienz und Zukunft der DGM
Liebe Leserin, lieber Leser,
seit der Mensch begann, die Dinge seiner Umwelt auf ihre Qualitäten hin zu untersuchen und für seine Zwecke umzuformen, ist die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Geschichte, Gesellschaft und Kultur präsent. Ob in der Stein-, Kupfer-, Bronze- oder Eisenzeit, das Begriffspaar „Material“ und „Werkstoff“ prägte buchstäblich die jeweilige Epoche. Das kostbare Kupferbeil des Steinzeitjägers Ötzi und die „Himmelsscheibe von Nebra“ bezeugen dies ebenso wie andere bedeutende Artefakte, die ihre jeweiligen Nutzern vor Tausenden Jahren bereits die Anwendung von Werkstoffen zur Lösung technischer Herausforderungen aufzeigen.
Die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik ist aus keinem Lebensbereich mehr wegzudenken. Sie ist der Schlüssel zu den globalen Herausforderungen in Energie, Mobilität, Gesundheit, Sicherheit und Kommunikation. In allen für die Zukunft der Menschheit relevanten Feldern führen an ihr keine Lösungen vorbei. Ihre enorme Vielseitigkeit und Bedeutung für den technologischen Fortschritt machen sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil jeder zukunftsorientierten Gesellschaft. Um diesem vielfältigen Anspruch gerecht zu werden, braucht es eine Institution, die mit einem besonderen Maß an Vermittlung, Vernetzung und Organisation agiert.
Die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde (DGM) erfüllt diese anspruchsvolle Aufgabe seit über 90 Jahren mit Kompetenz, Professionalität und Leidenschaft. Als größte Fachgesellschaft ihrer Art schafft die DGM Anlässe für fächerübergreifende Begegnungen und ein Netzwerk, das auch den wissenschaftlichen Nachwuchs einbezieht. Ein solcher bedeutender Treffpunkt ist die von der DGM ins Leben gerufene internationale Tagung „Material Science and Engineering“ (MSE). Sie ist die größte Veranstaltung auf dem Gebiet in Deutschland und dient als Schnittstelle für junge Wissenschaftler und etablierte Forscher aus Universitäten, Instituten und der Industrie. Ihre Bedeutung und Größe wachsen stetig seit ihrer Einführung im Jahr 2008.
Die MSE 2012 bietet an drei Tagen über 1000 Beiträge aus 46 verschiedenen Nationen und setzt einen klaren Akzent auf die internationale Zusammenarbeit. Mit dem Ehrensymposium zu den Forschungsfeldern des ehemaligen DGM-Vorsitzenden Prof. Dr. Günter Gottstein und der Präsentation von Ergebnissen der erfolgreichen Forschungszusammenarbeit zwischen Australien und Europa wird ein weiterer Höhepunkt geboten. Auch der Karriereworkshop für den wissenschaftlichen Nachwuchs wird umfassend beraten und informiert – über Karrieremöglichkeiten in der Industrie, der Wissenschaft und weltweit.
Ein weiteres wichtiges Ereignis im Rahmen der MSE ist der DGM-Tag. Diese Mitgliederversammlung ist eine Veranstaltung, die sich nicht nur mit der Vergangenheit beschäftigt, sondern vor allem einen Blick auf die zukünftigen Herausforderungen der DGM und der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik wirft. Prof. Dr. Ernst Pernicka wird uns zu den Ursprüngen des Fachgebiets mit seiner Gastvorlesung zur „Himmelsscheibe von Nebra“ zurückführen. Die Themen der MSE-Side-Events beschäftigen sich mit den zukünftigen Anforderungen an das Fachgebiet, speziell der werkstoffseitigen Begleitung der Energiewende.
Die DGM trägt dazu bei, dass Deutschland souverän der Energiewende begegnen kann und seine Spitzenposition im internationalen Wettbewerb hält. Durch die kontinuierliche Arbeit der DGM und die Beteiligung an gesellschaftlich relevanten Themen wie der Energiewende wird das Fachgebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik entscheidend dazu beitragen, die technologischen Herausforderungen der Zukunft zu meistern.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine anregende Lektüre und freuen uns darauf, Sie bei den kommenden Veranstaltungen der DGM begrüßen zu dürfen.
Dr.-Ing. Frank O. R. Fischer
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, DGM
© 2026