
Feuerfestwerkstoffe – Innovation und Nachhaltigkeit in Hochtemperaturprozessen
Liebe DGM-Mitglieder,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Entwicklung feuerfester Werkstoffe hat die industrielle Revolution maßgeblich beeinflusst und ist auch heute noch eine Grundlage für zahlreiche industrielle Prozesse. Feuerfeste Funktionswerkstoffe sind unabdingbar, wenn es um Hochtemperaturprozesse über 600 Grad Celsius geht – sei es in der Metall- und Glasindustrie, bei der Herstellung von Koks, Zement oder Keramik. Auch wenn sie im Alltag nicht sichtbar sind, spielen sie eine zentrale Rolle in vielen Bereichen, ohne die moderne Technologien wie Wind- oder Solarenergie oder auch die Automobilindustrie nicht denkbar wären.
Der weltweite Verbrauch von Feuerfestmaterialien ist von 20 Millionen Tonnen im Jahr 2000 auf 42 Millionen Tonnen zehn Jahre später gestiegen, und die Nachfrage wächst, insbesondere in Asien. Diese Entwicklung stellt neue Anforderungen an die Feuerfestindustrie: Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und die Verbesserung der Materialqualität werden zunehmend zentrale Themen.
Deutschland nimmt in der Entwicklung innovativer Feuerfesttechnologien eine Vorreiterrolle ein. Diese Technologien wirken als Schrittmacher für den globalen Markt, und die Feuerfestkeramik selbst steht vor einem Wandel. Vom grobkörnigen Massenprodukt hin zur hochentwickelten, spezialisierten Hochtemperatur-Funktionskeramik, die auch als „smarte Refractories“ bezeichnet wird, ist ein Schritt, der sowohl Forschung als auch innovative Fertigungstechniken erfordert.
Einige der aktuellen Herausforderungen umfassen die Entwicklung von alternativen Rohstoffen, wie etwa oxidhaltige Werkstoffe mit geringem Kohlenstoffanteil, Filtermaterialien für „Clean-Metall-Technologien“, thermoschockbeständige Spinelle für die Energietechnik sowie alkaliresistente Materialien für die Zementindustrie.
Der Fachausschuss Feuerfestwerkstoffe hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Entwicklungen voranzutreiben und eine engere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen der Werkstoffwissenschaften zu fördern. Dies umfasst nicht nur Materialwissenschaftler, sondern auch Mineralogen, Metallurgen, Verfahrenstechniker, Chemiker, Physiker und Maschinenbauer. Nur durch eine solche interdisziplinäre Zusammenarbeit kann die Feuerfesttechnik weiterhin innovativ und zukunftsfähig bleiben.
Wir laden Sie herzlich zu unserer nächsten Fachausschusssitzung am 07. Dezember 2012 in Freiberg ein, um gemeinsam über die neuesten Entwicklungen zu diskutieren und zukünftige Forschungsrichtungen zu definieren.
Mit besten Grüßen,
Christos G. Aneziris
Technische Universität Bergakademie Freiberg
Institut für Keramik, Glas und Baustofftechnik
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