DGM aktuell
01.11.1990
DGM Aktuell 1990 11

Ihr „AKTUELL“ finde ich …“ oder „Könnten Sie in Ihrem ‚AKTUELL‘ nicht mal …“ höre ich jetzt öfter aus dem Kreis unserer Leser. Das freut mich natürlich ungemein, ist es doch ein Zeichen für die gute Akzeptanz, die unser Informationsorgan inzwischen gefunden hat, übrigens nicht nur unter den Mitgliedern. Nur – eigentlich sollte das DGM-Organ ja aus naheliegenden Gründen auch mit einem DGM-bezogenen Titel im Bewusstsein der Leser haften bleiben. Eine Identifikation mit dem Namen „DGM-AKTUELL“ hat das bisherige Titel-Layout offenbar aber nicht geschafft. Ich habe es daher kurzerhand geändert. Und da der Graphiker schon mal am Werk war, habe ich einige andere Layout-Unstimmigkeiten auf den Innenseiten ebenfalls „re-designed“. Das ist doch für einen nicht-professionellen Zeitungsmacher auch bei nur drei Ausgaben verzeihlich? Gefällt Ihnen das neue Gesicht? Ich hoffe insbesondere, dass das neue Layout noch mehr Anzeigen anlockt. Den Firmen und Instituten, die bereits in der vorliegenden Ausgabe inseriert haben, danke ich für ihr Vertrauen.

Die Ausgabe kommt ein bisschen später als im letzten Heft angekündigt. Das Hauptereignis, über das wir berichten, liegt daher schon etwas zurück. Aber Sie hören sicher gerne auch jetzt noch von unserer diesjährigen Hauptversammlung in Osnabrück. Sie war in jeder Hinsicht bemerkenswert. Natürlich war sie, wie schon alle Jahre zuvor, hervorragend von Dr. Schumacher organisiert. Und dass aus der Mitgliederversammlung gleich sechs neue Vorstandsmitglieder hervorgegangen sind, ist sicher auch schon mal vorgekommen. Aber sie war erstmals nach einem neuen Muster gestaltet und durchgeführt worden und ist dabei bei (fast) allen auf Freude gestoßen. Und dann war sie die erste nach all den langen Jahren, an der wieder Kolleginnen und Kollegen aus der DDR teilnehmen konnten. Es waren deren über 100, die zu einem Empfang des Vorstandes gekommen waren. Und schließlich war es der Abschied von Dr. Schumacher. Alle haben es gespürt, viele haben es ausgesprochen. Die Ehrung, die ihm von allen Seiten zuteil wurde, war alles andere als formale Höflichkeit. Die Bilder zeigen es zumal.

Wir berichten auch kurz über die Mitgliederversammlung, das heißt über die Ergebnisse der Vorstandswahlen und die finanzielle Situation der DGM. Auch werden wie gewohnt Nachrichten aus dem Bereich unserer europäischen Dachvereinigung f.e.m.s. nicht fehlen.

Die ICMC in Garmisch und das Symposium Haftung von Verbundwerkstoffen nehmen in der Berichterstattung relativ breiten Raum ein. Die Autoren, Prof. Flükiger beziehungsweise Prof. Brockmann, gehen dabei sehr detailliert auf den Inhalt der Vorträge ein. Das versuchen wir in dieser Form in DGM-AKTUELL zum ersten Mal. Wir veröffentlichen außerdem Anmerkungen zu einer „Fremdtagung“, der von Prof. Razim veranstalteten Salzburger Tagung „Werkstoffe und Automobil“, die in der Szene sehr viel Anklang gefunden hat. Auch diese Art kritischer Zusammenfassung ist neu in DGM-AKTUELL. Prof. Altenpohl hat uns diesen Auszug aus dem von ihm herausgegebenen „Trendletter“ freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

„Reise in die DDR“, Sie erinnern sich, liebe Leser, so hieß mein Reisebericht vom Mai dieses Jahres. Die politische Situation hat sich seitdem mit ungeheurem Tempo entwickelt, sodass ich mich fragen muss, ob eine Fortsetzung in dieser Form heute noch originell ist. Hat nicht jeder inzwischen seine eigene DDR-Erfahrung gemacht? Auch erlebe ich, dass nach zahlreichen Besuchen das Staunen längst nicht mehr so elementar ist. Vieles wiederholt sich, vieles wirkt auch schon „normaler“, was für uns aus dem Westen heißt, dass es mehr und mehr westliche Züge bekommt. Aber kennen wir uns nach ein paar Begegnungen wirklich? Einige Namen haben sich allmählich herauskristallisiert, für beide Seiten. Kommunikationsveranstaltungen finden statt. Aber ich denke, dass dieser Prozess des Kennenlernens vor allem Öffentlichkeit braucht. Und dieses Ziel hat sich schließlich DGM-AKTUELL gesetzt, ein Forum zu sein für die öffentliche Diskussion in der Werkstoffszene.

Ich werde also fortfahren mit der Verständigungs-Berichterstattung. Dabei ist die Blickrichtung klar. Ich schaue vom Westen aus in den Osten. Soweit ist das für die DGM bisher nur legitim gewesen. Aber wir haben uns inzwischen als Gesellschaft schon recht gut im Osten etabliert. Einige Persönlichkeiten von ehemals „drüben“ übernehmen Funktionen und Ämter in der DGM. Im Sinne von mehr Gegenseitigkeit sollten nun Eindrücke von beiden Seiten artikuliert werden. Kurz gefragt: Wäre jetzt nicht auch mal eine „Reise in die BRD“ ganz aufschlussreich? Ihren Beiträgen, liebe Leser aus dem Osten, sehe ich erwartungsvoll entgegen.

Nach der Verabschiedung von Dr. Schumacher zeichne ich diese Seite alleine. Meine Verantwortung für DGM-AKTUELL wie auch insgesamt für die Geschäfte der DGM hat sich formal seitdem zwar nicht verändert. Aber ich empfinde sie in diesen ersten Wochen, die zumal in die Hochsaison fallen, besonders ausgeprägt. Es ist ein großartiger Job. Dr. Schumacher hat mich in dem halben Jahr der gemeinsamen Geschäftsführung mit großer Behutsamkeit und Charme darauf vorbereitet. Wir können gut miteinander, wenn auch schon mal kleine Wolken am azurblauen Computerhimmel aufgezogen sind. Meine Mitarbeiterinnen jedenfalls tun ihr Bestes, um die Kontinuität in der Qualität der DGM-Dienstleistungen zu gewährleisten. Sie, liebe Mitglieder, werden in Zukunft verstärkt mit ihnen zu tun haben.

Die nächste Ausgabe plane ich zum Jahresanfang. Dann werden sich wieder wichtige gesellschaftliche Ereignisse ereignet haben, über die Sie sicher gespannt sind zu hören. Die Metallographie-Tagung in Leoben, der DGM-Tag in Bad Nauheim, unsere drei Herbstsymposien über Magnetwerkstoffe, Gefüge und mechanische Eigenschaften sowie Stranggießen, alle in Bad Nauheim, 25 Jahre Strangpressausschuss in Bregenz. Auch werden gegen Jahresende die Eckdaten für einige sehr interessante internationale Tagungen zu ganz neuen Themen feststehen, die die DGM 1992 durchführen wird. Im Zuge dieser Ankündigungen werden wir auch den Veranstaltungskalender erheblich erweitern, indem wir möglichst alle wichtigen Veranstaltungen der Werkstoffszene aufführen. Dadurch können Sie künftig DGM-Veranstaltungen besser einordnen.

Ich kann mir denken, dass Sie die nächste Ausgabe mit Spannung erwarten. Die darauffolgende Ausgabe wird Sie dann gegen Ostern auf unsere nächste Hauptversammlung einstimmen.

Peter Paul Schepp

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